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Norwegen Fjorde: Touristenmagneten und abgelegene Geheimtipps im Norden
Zuletzt aktualisiert: 09.08.2025
Norwegen Fjorde - welcher ist der berühmteste Fjord in Norwegen?
Der Geirangerfjord gilt als der berühmteste Fjord Norwegens. Er ist bekannt für seine spektakulären Wasserfälle, steilen Berghänge und atemberaubende Natur – und steht seit 2005 auf der UNESCO-Welterbeliste.
- Was ist ein Fjord? 🌄: Tief eingeschnittenes Meeresarm-Tal, geformt von Gletschern.
- Die berühmtesten Fjorde Norwegens 🇳🇴️: Geirangerfjord, Nærøyfjord, Sognefjord – Naturwunder mit UNESCO-Status.
- Fjorde abseits der Massen im Norden ❄️: Weniger bekannt, unberührte Natur und besondere Erlebnisse.
- Lyngenfjord mit Lyngenalps🎿️: Dramatische Bergkulisse, Outdoor-Paradies für Abenteuer.
- Kvænangenfjord & Reisafjord 🐋️: Topspots für Walbeobachtungen
- Norwegens Fjorde in Fakten und Zahlen 📊: Küstenlänge über 100.000 km (inkl. Fjorde & Inseln), tiefster Fjord: Sognefjord (1.308 m), längster Fjord: Sognefjord (~205 km).
- Kreuzfahrten in den Fjorden 🚢: Beliebte Touristenattraktion, aber wachsender Druck auf Umwelt und lokale Gemeinden.
Wenn man an Norwegen denkt, denkt man an Fjorde. Steile Wände, glasklares Wasser.
Meistens fällt dann sofort der Geirangerfjord. Oder der Sognefjord. Die Klassiker eben.
In diesem Artikel möchte ich aber den Fokus auf andere Fjorde in Norwegen legen. Weiter oben, nördlich des Polarkreises. Auf meiner ersten Winterreise in den Norden wusste ich nicht, was mich erwartet. Kein Plan, keine Liste, keine Route. Nur eine Kamera im Gepäck. Was ich gefunden habe, waren Fjorde, die mich mehr berührt haben als alles, was ich im Süden gesehen habe.
Das Gefühl, dort zu stehen – allein, mitten in dieser riesigen Landschaft – und plötzlich ist da so viel, obwohl eigentlich kaum etwas passiert. Kurze Momente von Licht, inmitten von so viel Dunkelheit. Momente für die Ewigkeit.
Was ist ein Fjord?
Wenn du gerade erst ins Norwegen-Fieber gerätst, ist dieses kurze Kapitel vielleicht für dich.
Für alle Skandinavien-Kenner: Einfach weiter scrollen.
Fjorde entstehen, wenn Gletscher sich über lange Zeiträume ins Gestein graben. Diese Gletscherzungen fräsen U-förmige Täler in die Landschaft – tief eingeschnitten, mit steilen Wänden.
Nach dem Ende der Eiszeit füllen sich diese Täler mit Meerwasser. Das Ergebnis: ein Fjord.
Typisch für Fjorde ist ihre enorme Tiefe. Viele sind mehrere Hundert Meter tief, manche über 1.000. Dazu kommen steile Felsflanken, wenig flaches Ufer und eine klare, lineare Ausdehnung ins Landesinnere. Im Gegensatz zu Buchten oder Flussmündungen sind Fjorde immer von Gletscheraktivität geformt worden – das macht sie einzigartig.
In Norwegen gibt es über 1.700 Fjorde. Einige zählen zu den bekanntesten Naturwundern Europas – andere sind kaum erschlossen. Der gemeinsame Nenner: Geologisch spektakulär und ein prägendes Element der norwegischen Küstenlandschaft.
Norwegen Fjorde - Geirganger und co.
Beeindruckend, bekannt, viel besucht
Norwegen hat einige Fjorde, die fast jeder kennt – selbst Leute, die noch nie dort waren. Geirangerfjord. Sognefjord. Nærøyfjord. Große Namen mit großen Bildern.
Und das hat seinen Grund: Diese Fjorde gehören zu den spektakulärsten Landschaften Europas – und sind teilweise sogar UNESCO-Weltnaturerbe.
Geirangerfjord
Wahrscheinlich der berühmteste Fjord Norwegens. Mit seinen steilen Felswänden, Wasserfällen wie den „Sieben Schwestern“ und typischen Aussichtsplattformen ist der Geirangerfjord ein Paradebeispiel für die landschaftliche Dramatik der Region. Gleichzeitig ist er einer der meistbesuchten – vor allem im Sommer.
Sognefjord
Der längste und tiefste Fjord Norwegens. Er zieht sich über 200 Kilometer ins Landesinnere und reicht stellenweise über 1.300 Meter tief. Rund um den Sognefjord gibt es viele kleine Seitenarme, Orte wie Balestrand oder Flåm und perfekte Möglichkeiten für Boots- und Zugfahrten (z. B. die Flåmbahn).
Nærøyfjord
Ein Seitenarm des Sognefjords – und besonders schmal. An manchen Stellen nur 250 Meter breit, mit über 1.000 Meter hohen Felswänden. Auch er steht unter UNESCO-Schutz.
Beliebt für Kajaktouren, aber in der Hochsaison ebenfalls stark besucht.
Hardangerfjord
Weniger überlaufen, aber landschaftlich nicht weniger reizvoll. Bekannt für seine Obstbaumblüte im Frühjahr, Wasserfälle wie Vøringsfossen und die Nähe zu Bergen. Wer’s etwas ruhiger mag, ist hier im Vergleich gut aufgehoben.
Diese Fjorde sind beeindruckend, gut erschlossen und leicht zugänglich – was sie ideal für Rundreisen macht. Sie stehen sinnbildlich für das, was viele mit Norwegen verbinden.
Aber es gibt eine Region in Norwegen, die mich noch viel mehr berührt hat – besonders im Winter, wenn die Fjorde still werden und das arktische Licht die Landschaft in etwas ganz Eigenes taucht: der hohe Norden.
Norwegen Fjorde abseits der Massen
Nordnorwegen ist anders
Die Landschaft ist rauer, das Klima strenger, die Orte kleiner. Aber genau das macht den Reiz aus – vor allem, wenn man nach Natur sucht, die nicht vollgepackt ist mit Infrastruktur und Tourismusangeboten.
In den Lyngenalpen beginnt eine Fjordlandschaft, die weniger bekannt ist – aber nicht weniger eindrucksvoll.
Gerade im Winter entfaltet sich hier eine besondere Stimmung: Dunkelheit, Kälte, Schnee.
Und dann – dieses Licht. Still, weich, irgendwo zwischen blau, orange und rosa. Oft nur kurz da. Aber es bleibt im Gedächtnis.
Lyngenfjord & Lyngenalpen
Fjord trifft Gebirge
Ein Paradies für Skitouren
Der Lyngenfjord und die majestätischen Lyngenalpen bieten eine einzigartige Kombination aus Fjord und Gebirge. Im Winter verwandelt sich die Region in ein wahres Skitouren-Eldorado. Die schroffen Gipfel und weiten, schneebedeckten Flächen ziehen Tourengeher aus der ganzen Welt an. Die abgelegenen Routen bieten sowohl Anfängern als auch erfahrenen Skitourengehern unvergessliche Erlebnisse.
Winterabenteuer – Huskytouren und Schneeschuhwandern
Neben den klassischen Skitouren bietet die Region auch andere Winterabenteuer. Huskytouren durch die unberührte Natur und Schneeschuhwanderungen eröffnen völlig neue Perspektiven auf diese beeindruckende Landschaft. Inmitten der Stille der arktischen Wildnis kann man die Einsamkeit und die Schönheit dieser Region in vollen Zügen genießen.
Fotografisches Paradies
Für Fotografen ist der Lyngenfjord ein wahres Eldorado. Das Zusammenspiel von Fjord, Gebirge und den wechselnden Lichtverhältnissen bietet unzählige Motive. Besonders faszinierend ist das Polarlicht, das hier in den klaren Winternächten den Himmel in spektakuläre Farben taucht. Jeder Moment ist ein Potenzial für unvergessliche Aufnahmen.
Persönliche Eindrücke
Meine erste Reise nach Norwegen führte mich in diese Region, und der erste Winter dort bleibt unvergessen. Als ich das erste Mal Nordlichter über dem Lyngenfjord erlebte, wusste ich, dass diese Ecke der Welt etwas ganz Besonderes ist. Die atemberaubende Natur und die Stille dieses Ortes hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Der Lyngenfjord bietet eine perfekte Mischung aus Abenteuer, Erholung und einer tiefen Verbindung zur Natur.
Lyngenfjord
Kvænangen- & Reisafjord
Orcas, Eis und arktische Stille
Der wilde Norden
Nördlich des Lyngenfjords, in den abgelegenen Regionen des Kvænangen- und Reisafjords, trifft man auf eine unberührte, eisige Landschaft, die im Winter von einer tiefen Stille umhüllt ist. Die Weiten der Fjorde und die schneebedeckten Berge bieten ein Gefühl der Abgeschiedenheit und Naturverbundenheit, das die Seele zur Ruhe kommen lässt. Diese Stille prägt den Norden und macht ihn zu einem wahren Rückzugsort für alle, die die unberührte Natur suchen.
Orca-Watching: Das Highlight der Region
Doch zwischen Anfang November und Ende Februar wird diese friedliche Ruhe von einem faszinierenden Naturschauspiel unterbrochen – dem Orca-Watching. In dieser Zeit sind die Fjorde rund um Skjervøy das Zuhause hunderter Orcas, die hier auf der Jagd nach Heringen sind. Der Kvænangenfjord hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Orca-Watching-Mekkas Norwegens entwickelt, und jedes Jahr zieht es immer mehr Besucher an, um diese majestätischen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben.
Das Beobachten der Orcas, die in großen Gruppen durch die eisigen Gewässer ziehen, ist ein unvergessliches Erlebnis. Der enorme Andrang auf den Touren zeigt, wie einzigartig und spektakulär dieses Ereignis ist. In keinem anderen Fjord Europas kann man Orcas in solch einer beeindruckenden Zahl beobachten.
Orcas Norwegen – Whalewatching in Skjervøy
Fasziniert von den majestätischen Orcas in freier Wildbahn? In Skjervøy erlebst du die sanften Riesen der Arktis hautnah. Wenn du mehr über die Orcas in Norwegen erfahren möchtest, dann lies meinen Artikel „Orcas Norwegen garantiert – die 2 zuverlässigsten Tour-Anbieter in Skjervøy“ und entdecke die besten Tipps für deine Tour!
Unberührte Schönheit
Abseits des Whale Watching bleibt der Kvænangenfjord ein Paradies für Fotografen. Das dramatische Licht, das über den schneebedeckten Fjorden spielt, und die ruhige, eisige Atmosphäre bieten unzählige Motive für atemberaubende Bilder. Selbst inmitten des Whale Watchings bleibt die natürliche Schönheit dieser Region spürbar – die Stille kehrt schnell wieder ein, sobald man die touristischen Hotspots verlässt und in die unberührte Natur eintaucht.
Norwegen Fjorde in Zahlen – Ein paar harte Fakten
Norwegen ist weltberühmt für seine Fjorde, und die Zahlen hinter diesen Naturwundern sind beeindruckend:
Die Küstenlänge Norwegens (inklusive aller Fjorde und Inseln) beträgt über 100.000 Kilometer – das entspricht mehr als zweieinhalbmal dem Erdumfang. Ohne die zahlreichen Fjorde und Inseln wäre die Küste nur etwa 2.500 Kilometer lang.
Anzahl der Fjorde: Mehr als 1.700 Fjorde prägen das Land – von weiten, sanften Buchten bis hin zu schmalen, steilen Schluchten, die sich in die Berge schneiden.
Längster Fjord: Der Sognefjord mit etwa 205 km ist der längste Fjord des Landes.
Tiefster Fjord: Auch der Sognefjord hält hier den Rekord: Mit einer Tiefe von 1.308 m ist er nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Fjord in Norwegen.
Kreuzfahrten durch die Fjorde
Massentourismus, der die Natur erdrückt
Kreuzfahrten durch Norwegens Fjorde mögen auf den ersten Blick eine bequeme und spektakuläre Art sein, die Landschaft zu erleben – doch die Realität sieht leider anders aus. Was einst stille, unberührte Naturparadiese waren, wird durch den Massentourismus zunehmend überlaufen und verliert dabei seine ursprüngliche Ruhe und Einzigartigkeit.
Die riesigen Kreuzfahrtschiffe sind nicht nur optisch eine Zumutung und zerstören das harmonische Landschaftsbild, sondern bringen auch eine immense Umweltbelastung mit sich: Abgase, Lärm und Verschmutzung gehören zum Alltag der Fjorde, die eigentlich Schutzräume für Tiere und Natur sein sollten. Die Idylle wird durch Motorenlärm und Menschenmassen ersetzt – ein Erlebnis, das mit „Naturgenuss“ nichts mehr zu tun hat.
Kreuzfahrt-Urlaube? Nein danke. Massentourismus auf riesigen Schiffen zerstört die Natur und das echte Erlebnis. Wenn du Norwegens Fjorde wirklich erleben willst, musst du raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer! Ich möchte dich motivieren, die Natur hautnah zu spüren – mit weniger Luxus, dafür mit echten Momenten, die dir für immer im Gedächtnis bleiben.
Du willst noch mehr über Nordnorwegen erfahren?
Dann schau dir unbedingt meinen Artikel „Reiseführer Nordnorwegen – Dein ultimativer Guide für den hohen Norden“ an. Dort findest du alles, was du für deine Reise wissen musst.
Fazit
Warum es sich lohnt, weiterzufahren
Der Süden Norwegens mit seinen Fjorden ist beeindruckend, und auch die mittleren Regionen haben ihren Charme. Doch für mich als Wintertyp ist der Norden unübertroffen. Die raue Schönheit, die Stille und die unberührte Natur des Nordens haben eine Magie, die man im Süden so nicht findet. Der Winter dort ist etwas ganz Besonderes – das Licht, der Schnee, die Weite – es fühlt sich an, als würde man wirklich mit der Natur verbunden sein.
Natürlich hängt es von den eigenen Vorlieben ab. Wer die sanftere Natur sucht, wird im Süden fündig. Aber wer die Stille und unberührte Schönheit des Winters erleben möchte, sollte den Norden Norwegens entdecken. Für mich bleibt er der wahre Schatz des Landes – und das tiefgründigste Naturerlebnis, das Europa zu bieten hat.







