Die meisten der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands liegen entlang der Ringstraße und sind perfekt für einen Roadtrip kombinierbar. Die Auswahl ist natürlich subjektiv – ich stelle hier meine persönlichen Favoriten vor. Einige gehören zu den Klassikern, die man auf fast jeder Liste findet, andere sind weniger bekannt, bieten aber ebenso eindrucksvolle Erlebnisse und einzigartige Momente.
Island steckt voller spektakulärer Landschaften, dramatischer Küsten, Gletscher und Vulkanlandschaften. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf meine persönliche Reise durch Island, zeige dir meine 10 Favoriten und verrate kleine Insider-Tipps, die deinen Trip noch besonderer machen. Also – mach dir einen Kaffee, lehn dich zurück und nimm dir Zeit für eine kleine Reise durch Island.
Auf einer Übersichtskarte erkennst du sofort, wie verteilt Islands Highlights liegen. Entlang der Ringstraße reihen sich viele Klassiker aneinander – Reynisfjara, Skógafoss, Jökulsárlón, Stokksnes und weitere bekannte Spots im Süden.
Im Westen wartet die vielseitige Snæfellsnes-Halbinsel, während ganz im Nordwesten die abgelegene Wildnis von Hornstrandir liegt – nur per Boot erreichbar und komplett unbewohnt.
Einige Highlights wie Kerlingarfjöll liegen im Hochland abseits der Hauptstraßen und sind nur über Schotterpisten erreichbar – dafür aber echte Naturgewalten. Eine Karte hilft dir, die Entfernungen besser einzuschätzen und deine Route sinnvoll zu planen.
Wenn du mit dem Mietwagen die Ringstraße im Gegenuhrzeigersinn fährst, wartet gleich nach den ersten Kilometern ein echtes Island-Juwel: die Route Nr. 42 auf der Reykjanes-Halbinsel.
Diese eher unbekannte Route quert die Halbinsel von Norden nach Süden und bietet atemberaubende Ausblicke auf einsame Landschaften. Vorbei am glitzernden Kleifarvatn-See entfaltet sich Island von seiner schönsten Seite: kahle Hügel, weite Ebenen und das Gefühl, ganz alleine unterwegs zu sein.
Der perfekte Auftakt eines isländischen Abenteuers
Die Vestmannaeyjar sind das erste große Highlight, wenn du die Ringstraße gegen den Uhrzeigersinn fährst – ein Abstecher, der sofort zeigt, wie vielseitig Island ist. Die Überfahrt mit der Fähre ist entspannt, vorbei am berühmten „Loneliest House in the World“, und wenn du zurückblickst, dominiert der mächtige Eyjafjallajökull die Küstenlinie des Festlands.
Rechts: „The Lonliest House In The World“
Wenn die Fähre in den Hafen von Heimaey einläuft, ragen steile Klippen über dir auf – ein dramatischer, fast theatralischer Empfang. Die Vulkanlandschaft um den Eldfell erzählt von einem der heftigsten Kapitel der Insel: 1973 brach der Vulkan aus und legte große Teile der Stadt unter Asche und Lava. Viele Besucher wandern heute auf den Eldfell, aber ich wollte den ruhigeren Weg und bin stattdessen auf den Helgafell gestiegen. Eine perfekte Wahl: Oben öffnet sich eine surreale Welt aus roter Asche, schwarzer Erde und weichen Vulkanformen. Ein Ort, der einen Moment absolute Stille erzeugt.
Eine unwirkliche Welt
Skógafoss ist nicht der größte Wasserfall des Landes, aber kaum ein anderer hat so viel Präsenz. Schon aus der Ferne hörst du das tiefe Donnern, das in der Brust vibriert. Näherst du dich, liegt feiner Sprühnebel in der Luft, und über der Fallkante ziehen Möwen ihre Kreise – ein Bild, das perfekt zu dieser rauen Küste passt.
Gerade weil Skógafoss so beeindruckend ist, ist er kein ruhiger Ort. In der Hochsaison können sich hier schnell mehrere hundert Menschen sammeln. Wenn du den Wasserfall wirklich erleben willst, lohnt sich ein Besuch zu ungewöhnlichen Zeiten – früh am Morgen, wenn das Licht weich ist und Island im Sommer sowieso nie ganz dunkel wird. Dann steht man fast alleine davor, und die ganze Kraft dieses Ortes kommt durch.
Das erste, was einem bei Reynisfjara ins Auge springt, sind die markanten Felsen im Meer – die Reynisdrangar, die wie stumme Wächter aus dem Nordatlantik ragen. Dahinter zieht sich der schwarze Sandstrand, an dessen Ende die Basaltsäulen und steilen Klippen aufragen, über denen im Sommer Papageientaucher ihre Kreise ziehen.
Der Nordatlantik zeigt hier seine volle Kraft: die berüchtigten Sneaker Waves schlagen unvorhersehbar weit auf den Strand, und schon viele Besucher haben die Wucht des Meeres unterschätzt. Die rohe Energie des Ortes spürt man in jedem Schritt, im Rauschen der Wellen und im Wind, der vom Meer herüberweht.
Jökulsárlón ist pure Island-Magie. Riesige Eisberge treiben langsam durch das türkisfarbene Wasser, jeder einzigartig in Form und Farbe. Immer wieder tauchen Seerobben auf, und tausende Vögel stürzen sich auf der Jagd nach Fischen ins Wasser. Im Hintergrund thront der mächtige Vatnajökull, der alles noch beeindruckender wirken lässt.
Am beeindruckendsten ist der Ort im warmen Licht, wenn die Sonne tief steht und alles in sanftes Gold taucht. Nur wenige Minuten entfernt funkeln am Diamond Beach glasklare Eisbrocken auf schwarzem Sand – ein Kontrast, der Island perfekt beschreibt. Jökulsárlón zieht dich sofort in seinen Bann und zeigt, wie wild, kraftvoll und wunderschön Island sein kann.
Stokksnes ist einer der bekanntesten Fotospots Islands – und das aus gutem Grund. Der schwarze Sandstrand erstreckt sich vor den markanten, schroffen Bergen, im Zentrum thront der Vestrahorn, der sich dramatisch gegen den Himmel abhebt. Die Kulisse ist schlicht atemberaubend, jede Perspektive wirkt wie ein Bild, das man sofort im Kopf behält.
Wenn man so will, ist Stokksnes das Tor nach Ostisland. Ab hier entkommt man langsam den Massen, die sich noch entlang der südlichen Ringstraße tummeln, und kann die Landschaft fast für sich allein genießen.
Kerlingarfjöll ist kein leicht erreichbares Ziel, mitten in den Highlands gelegen, abseits der Hauptstraßen, was den Besuch noch besonderer macht. Es zeigt Island von seiner ungezähmten Seite. Rhyolithberge leuchten in orange, rot und braun, zwischen ihnen dampfen heiße Quellen und kleine Geysire. Schwarze Lavafelder durchziehen die Täler, überall zischt und brodelt es.
Die Wanderungen führen direkt durch die dampfenden Täler, der Boden ist warm, der Schwefelgeruch liegt in der Luft, und die leuchtenden Berge wirken fast wie auf einem anderen Planeten. Dieses surreale Gefühl ist typisch für Island – Kerlingarfjöll liefert es besonders intensiv.
Hornstrandir ist wahrscheinlich die einsamste Ecke Islands – kein Straßenanschluss, keine permanente Besiedlung, nur unberührte Natur. Du erreichst das Naturreservat nur mit dem Boot von Ísafjörður aus.
Wenn du es machst, empfehle ich dir die Route über den Pass von Veiðileysufjörður (Hafnarskarð, ca. 519 m). Der steile Aufstieg lohnt sich: der Blick von oben zurück auf die Fjorde und dann hinab nach Hornvík ist schlicht episch.
Hier oben dominiert pure Natur: steile Klippen, die direkt ins Meer abfallen, weite Hochebenen, die sich wie ein grüner Teppich zwischen den Fjorden ausbreiten, und ein Wind, der alles mit sich nimmt, was nach Geräusch klingt. Der Polarfuchs ist hier zuhause, und die Chancen stehen richtig gut, ihn zu sehen – oft taucht er völlig unerwartet auf, neugierig, aber entspannt.
Naturmoment in Hornstrandir
Die Snæfellsnes-Halbinsel gilt nicht umsonst als „Island in Miniatur“: hier vereinen sich schwarze Sandstrände, dramatische Klippen, schroffe Berge, Lavafelder und kleine Fischerdörfer auf engem Raum. Im Westen thront der legendäre Snæfellsjökull, ein schneebedeckter Gletscher und Vulkan, der der ganzen Halbinsel eine mystische Stimmung verleiht.
Zu den Highlights gehören Búðir mit seiner kleinen schwarzen Kirche vor beeindruckender Kulisse, Ólafsvík, wo du bei Whale-Watching-Touren mit etwas Glück Orcas beobachten kannst, und Stykkishólmur, das für mich idyllischste Fischerdorf Islands und Drehort für „The Secret Life of Walter Mitty“. Jeder Spot hat seinen eigenen Charme und zeigt ein anderes Stück Island – von Naturgewalt bis Ruhe und Idylle.
Snæfellsnes lässt sich kompakt an einem Tagesausflug erleben, wer mag, bleibt länger, erkundet die Buchten, kleinen Dörfer und versteckten Strände – und erlebt Island auf einer Miniaturbühne, die fast alles hat, was das Land so besonders macht.
Die Blaue Lagune ist zwar kein Geheimtipp, aber sie hat ihren ganz eigenen Zauber – vor allem am Ende einer Islandreise. Nach Tagen voller Wind, Regen, Staub, Straße und Naturgewalten ist es ein ziemlich gutes Gefühl, in dieses milchig-blaue, warme Wasser zu steigen, umgeben von schwarzer Lava und langsam aufsteigendem Dampf.
Gerade weil sie so nah am Flughafen liegt, eignet sie sich perfekt als letzter Stopp: ein paar Stunden treiben lassen, die Wärme genießen, den Kopf nochmal durchlüften und die Erlebnisse der Reise sacken lassen. Die Lagune wirkt in diesen Momenten fast surreal – ein ruhiger Gegenpol zu all den rauen Landschaften, die man vorher gesehen hat.
Wie du gesehen hast, bietet Island eine enorme Vielfalt an Naturwundern. Viele dieser Orte lassen sich aber nicht nur anschauen, sondern auch aktiv erleben. Genau hier kommen die typischen Island-Aktivitäten ins Spiel, die eine Reise oft noch intensiver machen.
Ob eine Bootstour zwischen Eisbergen, eine Wanderung auf dem Gletscher, Walbeobachtungen vor der Küste oder eine Fahrt ins Hochland – diese Erlebnisse ergänzen die klassischen Sehenswürdigkeiten perfekt. Sie ermöglichen Perspektiven, die man allein vom Straßenrand aus nicht bekommt, und machen die Landschaft auf eine ganz andere Weise spürbar. Wer seinen Island-Urlaub etwas abwechslungsreicher gestalten möchte, findet hier viele Möglichkeiten, Natur nicht nur zu sehen, sondern wirklich zu erleben.
Wenn man all diese Orte einmal hintereinander erlebt – die schwarzen Strände von Reynisfjara, die Eisberge am Jökulsárlón, die schroffen Berge von Stokksnes, die Farben von Kerlingarfjöll oder die Einsamkeit von Hornstrandir – versteht man schnell, warum Island so viele Menschen packt.
Jeder Spot zeigt eine andere Seite des Landes, und trotzdem passt alles auf eine natürliche Art zusammen. Für mich liegt die Stärke Islands in diesen Wechseln: mal laut und wild, mal still und weit, mal perfekt für Fotos, mal einfach zum Durchatmen. Egal, wie man seine Reise plant – irgendwo zwischen all diesen Sehenswürdigkeiten findet man Momente, die sich echt anfühlen.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum Island einen nicht mehr so leicht loslässt.
Zu den Highlights gehören die schwarzen Strände von Reynisfjara, der Gletschersee Jökulsárlón, Wasserfälle wie Skógafoss oder Gullfoss, die Hochlandlandschaften rund um Landmannalaugar oder Kerlingarfjöll sowie abgelegene Regionen wie die Westfjorde. Wer Zeit hat, erlebt Island am intensivsten bei einer Rundreise entlang der Ringstraße.
Man sollte niemals abseits markierter Wege fahren oder laufen, besonders im Hochland – die Natur ist empfindlich und Schäden bleiben jahrelang sichtbar. Auch unvorbereitetes Wandern, das Ignorieren von Wetterwarnungen und riskantes Verhalten an Klippen oder Stränden (Stichwort Sneaker Waves) sollte man vermeiden.
Ja, Island ist im Vergleich zu vielen anderen Reisezielen teuer. Vor allem Essen im Restaurant, Unterkünfte und geführte Touren schlagen zu Buche. Mit Selbstverpflegung, Camping oder einfachen Unterkünften und guter Planung lässt sich das Budget aber deutlich senken.
Island ist ein Paradies für Naturerlebnisse: Wandern, Roadtrips, Gletscher- und Vulkanlandschaften erkunden, heiße Quellen besuchen, Wale beobachten oder einfach die Weite genießen. Auch Fotografieren spielt für viele eine große Rolle – das Licht und die Landschaften sind einzigartig.
Wetterfeste Kleidung im Zwiebellook, eine gute Regenjacke, feste Wanderschuhe und eine Mütze gehören immer ins Gepäck – selbst im Sommer. Außerdem wichtig: eine Kreditkarte, offline Karten oder GPS, ausreichend Zeit und Flexibilität für Wetterumschwünge.
Das hängt vom Reiseziel ab. Der Sommer (Juni–August) bietet lange Tage, milde Temperaturen und Zugang zum Hochland. Der Winter (Oktober–März) ist ideal für Polarlichter, dafür sind Straßenverhältnisse anspruchsvoller. Frühling und Herbst sind ruhiger, aber wetterlich unberechenbar.
Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.
Meine Empfehlungen stammen aus eigener Erfahrung: Unterkünfte, die den Norden spürbar machen, stilvoll eingerichtet, ruhig gelegen und voller einzigartiger Atmosphäre.