Zuletzt aktualisiert: 30.10.2025 | Lesezeit: ca. 8 min.

Kalsoy: Die 007-Insel der Färöer &das Ende der Welt

Kalsoy Reiseguide

Das Wesentliche in Kürze

Wie komme ich nach Kalsoy auf den Färöer Inseln?

Die einzige Möglichkeit, Kalsoy zu erreichen, ist die Fähre von Klaksvík. Auf der Insel verbindet eine Straße die vier Dörfer, unterstützt von vier Tunneln. Wer sich in den engen, einspurigen Tunneln unsicher fühlt, kann das Auto in Klaksvík stehen lassen und den Bus auf der Insel nehmen.

Inhalt

    Es gibt Orte, die schön sind – und es gibt Kalsoy. Seit 2021, als die Insel im Finale von No Time To Die zur offiziellen 007-Kulisse wurde, hat Kalsoy etwas Ikonisches bekommen. Aber ganz ehrlich: Sie wirkt nicht wegen Bond so besonders, sondern weil sie schon immer diese dramatische, raue Energie hatte, die perfekt in einen Film passt.

    Als ich damals am nördlichsten Punkt der Insel stand, direkt über den steilen Klippen von Kallur, hatte ich diesen Moment, in dem alles still wurde – obwohl der Nordatlantik unter mir donnerte. Ein Gefühl, als würde die Welt hier einfach aufhören. Ende der Karte. Ende der Straße. Ende der Welt.

    Färöischer Stil:

    Überall auf den Inseln zeigt sich die Liebe zum Detail – harmonische Farben, Formen und Materialien, die perfekt mit der rauen Umgebung verschmelzen.

    Insel Kalsoy: ein Überblick

    Kalsoy liegt im Norden der Färöer und ist eine 18 km lange, schmale Insel, die wie ein Dolch von Süden nach Norden aus dem Nordatlantik ragt.

    Die Westseite Kalsoys ist sehr gebirgig und wird im Norden von über 300 m hohen senkrechten Basaltklippen geprägt, die direkt ins Meer fallen. Zwischen diesen markanten Felswänden ziehen sich schmale Grate und steile Hänge, die der Küste ihr charakteristisches, dramatisches Profil geben.

    Auf der Ostseite zeigen sich vielerorts flachere, hügeligere Hänge und geschützte Täler, in denen die vier heutigen Dörfer liegen: Syðradalur, Húsar, Mikladalur und Trøllanes – zusammen kaum mehr als 150 Bewohner.

    Entlang der Insel reihen sich 13 Gipfel, darunter der höchste Punkt Nestindar (787 m).

    Kalsoy Karte - die wichtigsten Orte

    Blankskáli – das verlorene fünfte Dorf

    Einst gab es auf Kalsoy ein fünftes Dorf: Blankskáli, die einzige Ansiedlung auf der rauen Westseite. Am 9. April 1809 ging eine Lawine nieder, die die Häuser nur knapp verfehlte. Menschen blieben unverletzt, doch ein Hund starb und mehrere Nebengebäude wurden zerstört. Aus Sorge vor weiteren Abgängen beschlossen die Bewohner, das Dorf aufzugeben. Zwischen 1812 und 1816 bauten sie ihre Häuser auf der geschützten Südostseite neu auf – dort, wo heute Syðradalur steht.
    Heute erinnern nur noch ein Gedenkstein und ein paar Ruinen an Blankskáli.

    Kalsoy Fähre – so kommst du auf die Insel

    Um nach Kalsoy zu gelangen, gibt es nur eine Möglichkeit: die Fähre. Kurz nachdem man die versteckte Bucht von Klaksvík verlässt, öffnet sich der Blick auf die Küstenlinie von Kalsoy – einfach atemberaubend.

    Die Fähre bietet Platz für nur 12 Autos, dafür gibt es mehrere Überfahrten pro Tag, sodass sich die Anreise gut planen lässt.

    Überfahrt

    nach Kalsoy

    Während der Überfahrt komme ich mit dem Kapitän ins Gespräch. Ich erzähle ihm, dass ich Österreicher bin – und sofort breitet sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus, fast so, als hätte er gerade den Jackpot geknackt. Dann sagt er schelmisch - mit stolzem Unterton: „Ah, ihr habt ja damals gegen uns verloren!“ Ich muss lachen. 1990, Österreich gegen die Färöer, 0:1 – eine der größten Blamagen im österreichischen Fußball.

    Mittlerweile ist mein Herz mehr im Norden zu Hause als in Österreich, also freue ich mich mit ihm, lache und gratuliere ihm herzhaft. Er lacht zurück, klopft mir auf die Schulter, und für einen Moment stehen wir da auf dem Deck, zwei Europäer, die über ein Fußballspiel von vor über 30 Jahren gemeinsam schmunzeln – mitten auf dem Nordatlantik.

    Straßen, Tunnel & Bus auf Kalsoy

    Auf Kalsoy gibt es nur eine Straße, die sich von Süden nach Norden durch die Insel zieht – ein schmaler, oft einspuriger Streifen Asphalt, der sich durch grüne Hänge, kleine Täler und vorbei an winzigen Dörfern schlängelt. Wer Kalsoy mit dem Auto erkundet, merkt schnell: Die Tunnel sind der spannendste Teil der Fahrt. Insgesamt vier Tunnel durchziehen die Insel und verbinden die Dörfer. Dunkel, eng, einspurig – hier heißt es vorsichtig fahren und auf Gegenverkehr warten.

    Die Ostküste von Kalsoy

    Für alle, die sich in den engen Tunneln nicht wohlfühlen, gibt es den Inselbus. Er fährt die Dörfer ab und ist eine entspannte Alternative, um Kalsoy zu entdecken. Wer möchte, kann sein Auto auch in Klaksvík stehen lassen und einfach den Bus auf der Insel nehmen.

    Die Straße selbst ist ein Erlebnis: Sie schlängelt sich durch grüne Hänge, öffnet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Täler, die kleinen Dörfer und den Atlantik. Jeder Abschnitt zeigt Kalsoy von einer anderen Seite – rau, still und wunderschön. Besonders gegen Norden hin, wenn die Klippen steiler und die Landschaft dramatischer wird, spürt man, wie die Straße selbst zu einem Teil dieses Abenteuers wird.

    Wanderung Kalsoy – der Weg zum Kallur Leuchtturm

    Die Wanderung zum Kallur Leuchtturm beginnt im kleinen Dorf Trøllanes im Norden von Kalsoy und führt direkt zum nördlichsten Punkt der Insel. Ein schmaler Pfad schlängelt sich über grasige Hügel, vorbei an neugierigen Schafen, die auf den Färöern einfach nicht wegzudenken sind. Die ersten Meter sind sanft, doch schon bald wird klar: Diese Wanderung ist ein Abenteuer, bei dem Wind, Meer und Landschaft untrennbar zusammenkommen.

    Kallur Leuchtturm – dramatische Klippen und Ausblicke

    Je näher man dem Leuchtturm kommt, desto eindrucksvoller wird die Landschaft. Die Westseite der Insel ragt in steilen Felswänden direkt aus dem Nordatlantik, während die grünen Hänge im Osten sanft in die Täler fallen. Der Kallur Leuchtturm taucht nach einer leichten Biegung zwischen den Hügeln auf – klein, unscheinbar und doch das Herzstück dieser epischen Kulisse.

    “Es ist ein Gefühl, als stünde man wirklich am Ende der Welt.”

    Als ich am Ende der Insel ankomme, regnet es leicht, der Wind pfeift über die Klippen. Ich stehe in der Nähe des Leuchtturms, da entdecke ich unten, direkt am schroffen Abgrund, einen Papageientaucher – und dann noch weitere. Es ist das erste Mal, dass ich diese süßen Vögel sehe, und ich traue meinen Augen kaum.

    Aus Angst, es könnten die einzigen sein, die ich auf meinem Färöer Trip sehe, wage ich mich den rutschigen Hang hinunter, um ein paar Fotos zu machen - direkt bis an die Abbruchkante. Rückblickend war das nicht gerade klug, und ich weiß nicht, ob ich mich das heute noch trauen würde. Wer Papageientaucher entspannt beobachten möchte, dem empfehle ich eher die Insel Mykines, wo man ihnen sehr nahe kommen kann – ohne sein Leben aufs Spiel zu setzen. ​​

    Gänsehaut am nördlichsten Punkt von Kalsoy

    Ich stelle mich noch einmal an den nördlichsten Punkt der Insel. Vor mir fällt das Gelände senkrecht mehrere hundert Meter ins Meer ab. Der Wind bläst scharf, trägt die Möwen wie Geschosse durch die Luft, und zwischendurch, wenn der Sturm kurz nachlässt, hört man die Brandung tief unten, dumpf und doch gewaltig, gegen die Felsen donnern.
    Es ist ein Gefühl, als stünde man wirklich am Ende der Welt. Ich verweile einen Moment, versuche an nichts zu denken, nur im Jetzt zu sein – der Nordatlantik, die Klippen, der Wind. Alles andere existiert nicht.

    Robbenfrau Kalsoy – Mythos & Geschichte

    Die Legende der Robbenfrau erzählt von einer Frau, halb Mensch, halb Robbe. Ein Mann aus Mikladalur stiehlt ihr Robbenfell, zwingt sie, bei ihm zu bleiben, und sie verliert damit ihre Freiheit. Sie lebt mit ihm, bekommt Kinder, findet aber irgendwann ihr Fell und kehrt ins Meer zurück.

    Aus Rache für den Diebstahl und das erzwungene Leben spricht sie einen Fluch aus: Von diesem Tag an sollen Männer aus Mikladalur auf See oder an den Klippen ums Leben kommen, bis ihre Hände die Insel Kalsoy umspannen. Dieser Fluch ist auch der Ursprung des Spitznamens „Männerinsel“.

    Heute erinnert eine Statue in Mikladalur an die Sage. Sie steht am Ufer, robust gegen Wind und Wellen, und macht die Geschichte für Besucher greifbar. Die Robbenfrau ist ein Teil der Kultur und Identität Kalsoys und ein Symbol für Respekt vor Meer, Natur und Leben.

    Kalsoy – Schauplatz im James-Bond-Film

    Kalsoy diente als Schauplatz für das Finale von No Time To Die. Die nördliche Spitze der Insel, rund um den Kallur Leuchtturm und das kleine Dorf Trøllanes, stellte das fiktive Versteck des Bösewichts dar. Im Film muss Bond seine Frau und sein Kind retten, während die gesamte Anlage am Ende zerstört wird – Bond selbst kommt nicht rechtzeitig von der Insel und stirbt.

    An der Klippenstelle, die im Film als Bonds Ende gezeigt wird, erinnert heute ein Grabstein aus faröischem Basalt mit der Gravur „In memory of James Bond 1962–2021“. Für viele Fans ist Kalsoy seitdem nicht nur eine abgelegene Nordatlantik-Insel, sondern auch ein Ziel, um das dramatische Bond-Finale live nachzuempfinden.

    Ein Färöer Highlight

    Kalsoy zeigt sich wild und ungestüm, mit steilen Klippen, schmalen Straßen und einsamen Dörfern. Die Legende der Robbenfrau, der Kallur Leuchtturm und die Schauplätze aus No Time To Die verleihen der Insel eine einzigartige Mischung aus Mythos und Realität. Jeder Schritt offenbart die rohe Schönheit des Nordatlantiks. Wer hier steht, spürt die unendliche Weite, die Abgeschiedenheit und dieses besondere Gefühl, wirklich am Ende der Welt zu sein.

    FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema Norwegen Reise

    Wie viel Geld braucht man für eine Woche Norwegen?

    Für eine Woche in Norwegen variieren die Kosten stark je nach Reisestil. Hier eine kurze Übersicht:

    Unterkunft

    • Budget: Hostels oder Camping – ca. 210-560 Euro pro Woche.
    • Mittelklasse: Hotels oder Airbnbs – ca. 700-1.050 Euro pro Woche.
    • Luxus: Hochwertige Hotels – ab 1.400 Euro pro Woche.

    Verpflegung

    • Selbstverpflegung: ca. 70-140 Euro pro Woche.
    • Essen gehen: Budget ca. 315-630 Euro, Luxus ab 1.050 Euro pro Woche.

    Transport

    • Öffentliche Verkehrsmittel: ca. 140-210 Euro pro Woche.
    • Mietwagen: ca. 350-700 Euro pro Woche, plus Benzin.

    Aktivitäten

    • Kostenlos: Wandern, Naturerkundung.
    • Bezahlt: Museen, Touren – ca. 50-300 Euro pro Woche.

    Gesamtkosten

    • Budget: ca. 500-1.000 Euro.
    • Mittelklasse: ca. 1.400-2.300 Euro.
    • Luxus: ab 3.000 Euro.

    Diese Schätzungen helfen dir, eine grobe Vorstellung von den Kosten für eine Woche in Norwegen zu bekommen.

    Für eine Woche in Norwegen variieren die Kosten stark je nach Reisestil. Hier eine kurze Übersicht:

    Unterkunft

    • Budget: Hostels oder Camping – ca. 210-560 Euro pro Woche.
    • Mittelklasse: Hotels oder Airbnbs – ca. 700-1.050 Euro pro Woche.
    • Luxus: Hochwertige Hotels – ab 1.400 Euro pro Woche.

     

    Verpflegung

    • Selbstverpflegung: ca. 70-140 Euro pro Woche.
    • Essen gehen: Budget ca. 315-630 Euro, Luxus ab 1.050 Euro pro Woche.

     

    Transport

    • Öffentliche Verkehrsmittel: ca. 140-210 Euro pro Woche.
    • Mietwagen: ca. 350-700 Euro pro Woche, plus Benzin.

     

    Aktivitäten

    • Kostenlos: Wandern, Naturerkundung.
    • Bezahlt: Museen, Touren – ca. 50-300 Euro pro Woche.

     

    Gesamtkosten

    • Budget: ca. 500-1.000 Euro.
    • Mittelklasse: ca. 1.400-2.300 Euro.
    • Luxus: ab 3.000 Euro.

     


    Diese Schätzungen helfen dir, eine grobe Vorstellung von den Kosten für eine Woche in Norwegen zu bekommen.

    Hello!

    Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.

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