Zuletzt aktualisiert: 22.02.2026 | Lesezeit: ca. 13 min.

Mykines (Färöer Inseln) – Papageientaucher, Natur & Abenteuer“

Ein Beitrag von Bjoern Templ

Mykines - Färöer Inseln

Das Wesentliche in Kürze

Wie kommt man nach Mykines und lohnt sich ein Besuch?

Mykines ist nur per Fähre oder Helikopter erreichbar, die Insel ist klein, abgeschieden und extrem naturbelassen – ein Besuch lohnt sich für alle, die wilde Landschaft, Vogelkolonien und abgelegene Ruhe erleben wollen.

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Inhalt

    Einleitung

    Mykines ist ein winziger Fleck Land mitten im Nordatlantik – rau, abgelegen und geprägt von einer Natur, die ihren eigenen Regeln folgt. Schafe ziehen über sattgrüne Hügel, während an den steilen Klippen tausende Seevögel brüten.

     

    Die berühmten Papageientaucher (Puffins) sind die Stars der Insel. Mit ihren bunten Schnäbeln und dem tollpatschigen Gang lassen sie sich hier aus nächster Nähe beobachten – oft nur wenige Meter entfernt. 

     

    In diesem Guide zeigen wir dir, wo Mykines liegt, wie du die Insel erreichst und was dich vor Ort erwartet – von der Wanderung zum Leuchtturm auf Mykineshólmur bis zu den besten Orten, um die Vogelwelt zu erleben. Was ich aus Erfahrung sagen kann: Wer sich auf einen Besuch einlässt, erlebt eine der intensivsten Naturerfahrungen der Färöer-Inseln.

    Zwei Papageientaucher sitzen Rücken an Rücken auf einem grasbewachsenen Hang auf Mykines. Einer der Vögel hat den Schnabel weit geöffnet, als würde er rufen, während der andere ruhig in die Umgebung blickt – eine intime Szene aus dem Alltag der Papageientaucherkolonie.

    Wo liegt Mykines?

    Mykines ist die westlichste Insel der Färöer-Inseln und liegt rund 18 Kilometer westlich von Vágar, jener Insel, auf der sich auch der internationale Flughafen befindet. Mit einer Fläche von etwa 10 Quadratkilometern macht Mykines weniger als ein Prozent der gesamten Landmasse der Färöer aus – klein, abgelegen und dennoch markant im Archipel.

    Die Insel besteht aus dem Hauptland Mykines und der vorgelagerten kleinen Insel Mykineshólmur, die durch eine schmale Fußgängerbrücke mit Mykines verbunden ist.

     

    Auf Mykineshólmur steht der historische Leuchtturm, der über Jahrzehnte hinweg als Orientierung für die Schifffahrt diente und bis heute den unbarmherzigen Stürmen trotzt, die hier regelmäßig über die Insel fegen -durch ihre isolierte Lage mitten im offenen Nordatlantik ist Mykines stark dem Wetter ausgesetzt.

     

    Mykines Karte

    Ein Blick auf die Karte unterhalb hilft, die besondere Lage von Mykines einzuordnen. Sie zeigt die Position der Insel im Verhältnis zu den übrigen Färöer-Inseln sowie die Lage der vorgelagerten Insel Mykineshólmur mit dem Leuchtturm. Erst aus dieser Perspektive wird deutlich, wie weit draußen Mykines liegt – isoliert im Nordatlantik und geografisch wie atmosphärisch am Rand des Archipels.

    Anreise nach Mykines – Fähre oder Helikopter

    Mykines ist nicht durch Straßen oder Brücken mit dem restlichen Archipel verbunden – und genau das macht die Anreise zu einem festen Teil des Erlebnisses. Es gibt zwei öffentliche Möglichkeiten, nach Mykines zu gelangen: mit der Fähre oder per Helikopter. Beide Optionen sind stark wetterabhängig und sollten gut geplant werden.

     

    Fähre nach Mykines

    Die Fähre ist für die meisten Besucher der klassische Zugang zur Insel. Sie startet im kleinen Hafen von Sørvágur auf der Insel Vágar und fährt nach Mykineshavn. Die Überfahrt führt entlang einiger der eindrucksvollsten Felsformationen der Färöer, darunter das Felstor von Drangarnir und die markante Insel Tindhólmur – die Anreise ist damit bereits ein landschaftliches Erlebnis.

    Wichtige Infos zur Fähre:

    Meine Erfahrung auf der Fähre nach Mykines

    Helikopter nach Mykines

    Für alle, die bei rauer See eine Alternative suchen, bietet sich der Helikopter nach Mykines an. Touristen können den Flug nur einseitig buchen – Hin- oder Rückflug – für die andere Strecke muss die Fähre genutzt werden. Die Helikopterverbindung ist vorrangig für Einheimische, Touristen können nur die restlichen, stark limitierten Plätze buchen. Auch hier gilt: Flüge können kurzfristig wetterbedingt abgesagt werden.

    Wichtige Infos zur Helikopter-Verbindung:

    Der Helikopterflug ist staatlich subventioniert und für einen Flug dieser Art vergleichsweise günstig. Ein einfacher Flug kostet aktuell 435 DKK pro Person (ca. 58 €).

    Tindhólmur

    vom Helikopter aus

    Highlights von Mykines: Papageientaucher, Wandern & Natur

    Mykines ist mehr als nur die westlichste Insel der Färöer – sie ist ein Erlebnis für alle Sinne. Kompakt, wild und spektakulär zugleich, zieht sie Besucher an, die Natur, Ruhe und authentische Inselkultur suchen. Hier sind die größten Highlights:

    Zwei Papageientaucher sitzen Rücken an Rücken auf Mykines, einer mit geöffnetem Schnabel

    Papageientaucher / Puffins auf den Färöer Inseln

    Nur wenige Schritte hinter dem Dorf beginnt der Pfad, der über sanfte Hügel und grüne Wiesen zur Klippenkante führt. Dann, plötzlich, tauchen sie auf: Papageientaucher, überall. Sie gleiten wendig zwischen den Erdhöhlen hin und her, treten aus ihren Nistlöchern hervor und starren einen neugierig an. Immer wieder stürzen sich die kleinen mutigen Vögel von der Klippe hinab ins Meer, um Fische für ihre Jungen zu fangen. Es ist ein Spektakel, das einen die Zeit vergessen lässt. Mykines ist der beste Ort auf den Färöer Inseln, um Papageientaucher zu beobachten.

    Northern Gannet (Basstölpel)

    Neben den Papageientauchern ist Mykines vor allem für seine Gannets (Basstölpel) bekannt. Auf Mykineshólmur befindet sich der einzige Brutplatz dieser Art auf den Färöer-Inseln – und zugleich einer der wenigen festen Brutorte im gesamten Nordatlantik.

    Fliegende Papageientaucher über dem tiefblauen Nordatlantik bei Mykines

    Wandern auf Mykines

    Das Wandern auf Mykines ist ein Erlebnis, das Körper und Geist gleichzeitig anspricht. Die Pfade führen über sanfte Hügel und grasbewachsene Klippen – immer wieder öffnet sich der Blick auf das tosende Meer hunderte Meter unter einem, während Papageientaucher und andere Seevögel ihre Kreise ziehen. Mit jedem Schritt spürt man, wie der Geist ruhiger wird, die Gedanken langsamer, man vollkommen im Hier und Jetzt ist. Stundenlang könnte man einfach sitzen, den Wind, das Rauschen der Wellen und das Rascheln der Gräser hören, beobachten und staunen.

    Die Hauptwanderung zum Leuchtturm führt am Memorial Monument vorbei, das an die Männer erinnert, die in den Bergen oder auf See ihr Leben verloren haben. Von dort eröffnet sich zudem ein großartiger Blick auf die umliegenden Vogelklippen und Schären.

    Die Wanderung geht weiter zur schmalen Brücke, die Mykines mit der vorgelagerten Insel Mykineshólmur verbindet. Wenn du über diese Meeresquerung gehst, tobt der Nordatlantik direkt unter deinen Füßen. Auf der anderen Seite angekommen stehst du bald am westlichsten Punkt der Färöer Inseln – umgeben von einer Kulisse aus Fels, Wasser und dem Lärm tausender Vögel. Dort ragt auch der alte Leuchtturm von 1909 in den Himmel, ein stiller Wächter über Jahrzehnte voller Stürme und unbändiger Brandung.

    The Northern Gannet

    Die auf Mykineshólmur brütenden Gannets (Tölpel) sind ein weiteres Highlight der Insel

    AM WESTLICHSTEN PUNKT DER FÄRÖER INSELN

    Leuchtturm von Mykines auf Mykineshólmur hoch über dem Nordatlantik

    Beste Reisezeit & Wetter auf Mykines

    Auf Mykines ist das Wetter rau: starker Wind und viel Regen prägen fast jeden Tag. Sonnige Stunden sind hier eher die Ausnahme, und genau diese Unberechenbarkeit macht die Insel so besonders. Wer unterwegs ist, sollte wind- und regendichte Kleidung tragen und sich auf wechselhafte Bedingungen einstellen.

    Die beste Zeit für einen Besuch ist zwischen Mai und August, wenn die Tage lang, das Licht sanft und golden und die Vogelwelt in voller Pracht zu beobachten ist.

    Wann sind Papageientaucher auf den Färöer-Inseln zu sehen?

    Papageientaucher verbringen den Großteil ihres Lebens auf dem offenen Meer und kehren nur in den Brutmonaten an die Klippen der Färöer zurück. Auf Mykines sind sie von Ende April bis August zu sehen, wobei sie jedes Jahr das gleiche Nest beziehen. In dieser Zeit kann man sie hautnah beobachten.

    Tausende Puffins fliegen über den Klippen von Mykines im Nordatlantik

    Unterkünfte auf Mykines

    Auf Mykines gibt es gemütliche B&Bs, moderne Ferienhäuser, Apartments in alten Schafhäusern, ein Hostel und sogar Camping. Wer wild campen möchte, fragt am besten vorher im Café bei den Einheimischen nach – so läuft alles respektvoll und entspannt.

    Die wenigen Unterkünfte sind generell online nicht einfach zu buchen. Wer sicher gehen will, eine Übernachtung auf Mykines zu bekommen, sollte daher eine der folgenden Touren wählen, bei denen die Unterkunft direkt inkludiert ist

    MYKINES

    Mykines Island Puffin Experience | Inkl. Übernachtung

    Erlebe die Ruhe und Abgeschiedenheit von Mykines. Nach einem herzhaften Abendessen geht es auf eine geführte Wanderung zu den Papageientaucher-Kolonien, begleitet von Kaffee und Snacks. Genieße die langen Sommerabende, wenn das Licht die Klippen und das Meer in magische Farben taucht und Gannets über dem Nordatlantik kreisen. Übernachtet wird in einem charmanten lokalen Gästehaus. Am nächsten Morgen gibt es Frühstück, bevor du die Insel noch einmal auf eigene Faust erkunden kannst.

    Mykines Island Off-Season | Inkl. 2 Übernachtungen

    Erkunde Mykines abseits der Hauptsaison in Ruhe und Abgeschiedenheit. Dein Gastgeber begleitet dich zu den schönsten Spots der Insel und sorgt dafür, dass alles organisiert ist – von Mahlzeiten bis Unterkunft im gemütlichen Grasdach-Gästehaus. Du kommst per Helikopter und verlässt die Insel per Fähre. Die Tour dauert zwei Nächte und ist für 2–4 Personen buchbar.

    MYKINES

    Mykines bewahren

    Auf Mykines zu sein, ist ein echtes Privileg. Man betritt keinen Ort, der für Besucher gemacht ist, sondern einen Lebensraum – für die Vögel, die hier brüten, und für die wenigen Menschen, die die Insel ihr Zuhause nennen. Es ist wichtig, den Tieren und den Bewohnern mit Respekt zu begegnen, Abstand zu halten und keinen Müll zu hinterlassen. Wer sich darauf einlässt, spürt die besondere Verbindung zwischen Natur und Mensch und merkt, dass man hier wirklich zu Gast ist. Mykines belohnt Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme: nur wer respektvoll unterwegs ist, kann die Atmosphäre, die Eigenheit und das stille Leben dieser Insel richtig erleben.

    Mykines Camping

    Mit dem Zelt auf Mykines

    Wenn du wildcampen willst, kläre das unbedingt vorher mit den Locals ab.

    Mykines - Abenteuer und Natur pur auf den Färöern

    Mykines ist wild, ruhig und unvergesslich. Zwischen tosenden Wellen, steilen Klippen und tausenden Papageientauchern spürt man die Kraft des Nordatlantiks auf besondere Weise. Wer mit Respekt unterwegs ist, wird belohnt: unvergessliche Momente, tiefe Ruhe und die pure Magie dieser abgelegenen Insel. Mykines hat mich nicht nur fasziniert, es hat mich tief bewegt. 

    FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema "Mykines"

    Wie lange dauert die Fährfahrt nach Mykines?

    Die Überfahrt von Sørvágur nach Mykineshavn dauert etwa 45 Minuten. Die Fahrt ist wetterabhängig und kann bei starkem Wind oder hohem Wellengang abgesagt werden.

    Die besten Möglichkeiten bieten die nördlichen Klippen von Mykines. Dort brüten Tausende Papageientaucher direkt an den Klippen und auf den Wiesen entlang der Wanderwege.

    Es gibt zwei öffentliche Wege: per Fähre von Sørvágur oder per Helikopter von Vágar. Beide Optionen sind wetterabhängig, Tickets müssen online gebucht werden, besonders in der Hauptsaison.

    Auf der Insel leben nur noch etwa 13–15 permanente Einwohner.

    Ein Guide ist nicht zwingend erforderlich. Für Wanderungen zum Leuchtturm oder für Vogelbeobachtungen kann ein lokaler Guide jedoch hilfreiche Tipps geben und den Zugang zu besonderen Stellen erleichtern.

    Ja, es gibt einige Gästehäuser, B&Bs, Apartments, ein Hostel und einen Campingplatz. Unterkünfte sind oft schnell ausgebucht, daher empfiehlt es sich, früh zu buchen oder eine Tour mit inkludierter Übernachtung zu wählen.

    Wildcampen ist möglich, muss aber unbedingt vorher mit den Einheimischen abgesprochen werden.

    Dieser Artikel wurde geschrieben von: Bjoern Templ

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