
Norwegens Fjorde im Norden: vier Fjorde zwischen Lofoten und Nord-Troms
Reinefjord, Trollfjord, Lyngenfjord und Kvænangen: vier Fjorde in Nordnorwegen mit Orcas, Nordlicht und Gletschern — und wie du hinkommst.
Zuletzt aktualisiert: 20.07.2026 | Lesezeit: ca. 11 min.
Ein Beitrag von Bjoern Templ
In den Küstengewässern Nordnorwegens leben schätzungsweise 1.000 bis 1.500 Orcas vom Typ 1, der fischfressenden Form. Sie folgen im Winter den Heringsschwärmen in die Fjorde bei Skjervøy und im Kvænangen — deshalb gehören diese Tiere zu den am besten erforschten Orcas Europas. Beobachten lassen sie sich am zuverlässigsten zwischen November und Januar, mit Skjervøy als bestem Ausgangspunkt.
In den Fjorden Nordnorwegens leben einige der am längsten erforschten Orcas Europas. Der Grund ist der Hering: Ziehen die Schwärme im Winter in die Fjorde bei Skjervøy und im Kvænangen, folgen die Orcas — und mit ihnen die Forscher. Seit 1986 werden die Tiere hier per Foto-Identifikation erfasst; kaum irgendwo lässt sich ihr Jagd- und Sozialverhalten so nah beobachten.
Dieser Artikel behandelt die Größe und Dynamik der Population, ihre Jagdmuster und ihren Lebensraum zwischen offenem Meer und tiefen Fjorden. Dazu kommen die Intelligenz und die Sprache der Orcas und die Frage, wie genau sie sich an dieses Leben angepasst haben. Es sind Tiere, die in die Weite des Nordatlantiks gehören, nicht in ein Becken.
Die Gewässer Nordnorwegens bieten Orcas einen idealen Lebensraum: die tiefen Fjorde des Nordens und die offene Küste des Atlantiks. Hier treffen zwei Typen des Nordatlantischen Orcas aufeinander — Typ 1 und Typ 2 —, wobei Typ 1 in Norwegen klar dominiert.
Typ 1 ist ein Generalist. Die Hauptbeute ist der Hering, dazu kommt Makrele — und vereinzelt jagen einzelne Tiere auch Robben. Vom ständigen Fischfressen sind ihre Zähne oft bis aufs Zahnfleisch abgeschliffen; die Fischschuppen setzen dem Zahnschmelz mit der Zeit zu. Typ-1-Orcas sind die kleineren der beiden: Männchen werden bis zu 6,7 Meter lang.
Sie bilden den Großteil der norwegischen Population, die auf etwa 1.000 bis 1.500 Tiere geschätzt wird. Diese Orcas leben in engen Familienverbänden mit ausgeprägter sozialer Struktur und nutzen die Fjorde ebenso wie das offene Meer als Jagdrevier. Ziehen im Winter die Heringsschwärme in die Fjorde, folgen sie ihnen bis tief hinein — und genau das macht sie hier so gut beobachtbar.
Typ 2 kommt ebenfalls im Nordatlantik vor, ist aber deutlich seltener. Anders als Typ 1 jagt er fast ausschließlich andere Wale — Delfine, Schweinswale und Zwergwale. Weil er keine Fischschuppen frisst, sind seine Zähne kaum abgenutzt. Typ-2-Orcas sind die größeren: bis zu 8,5 Meter.
Erforscht ist dieser Typ bislang kaum. Die Einordnung beruht auf nur wenigen gestrandeten Tieren, und in den Fjorden Norwegens wird Typ 2 so gut wie nie gesichtet — seine Beute führt ihn in andere Gebiete des Nordatlantiks. Wo Typ 1 und Typ 2 sich begegnen, gehen sie einander aus dem Weg: andere Beute, andere Lebensweise, kaum Berührungspunkte.
Die Zweiteilung in Typ 1 und Typ 2 stammt aus einer Studie von 2009 und ist bis heute gebräuchlich. Neuere Forschung sieht sie allerdings als vereinfacht: 2022 rief der Autor der ursprünglichen Studie selbst dazu auf, die starren Typen zugunsten genauerer Einzelbetrachtungen aufzugeben. Als Faustregel am Fjord taugt sie trotzdem — in Norwegen begegnest du fast immer Typ 1, dem Hering-Jäger.
Weltweit gibt es schätzungsweise weniger als 50.000 Orcas. Vor der norwegischen Küste leben davon rund 1.500 — Teil einer größeren Population von etwa 3.000 Tieren im Raum der Norwegischen See und Barentssee. Damit zählt die norwegische Population zu den größten Orca-Konzentrationen im Nordatlantik.
Was die Orcas jeden Winter nach Nordnorwegen führt, ist kein Zufall, sondern ein Fisch: der Hering. Zwischen November und Januar ziehen die Norwegischen Frühjahrsheringe in die geschützten Fjorde des Nordens, um dort zu überwintern — und die Orcas ziehen mit. In den engen, tiefen Fjorden lässt sich die dichte Masse der Fische leichter einkesseln als auf offener See; hier jagen die Orcas gemeinsam.
Seit 2018 liegt das Zentrum dieses Schauspiels im Kvænangen, dem großen Fjord oberhalb von Tromsø, mit dem Fischerort Skjervøy als Basis an seiner Südseite. In diesen Wochen sammeln sich hier große Zahlen von Orcas — was den Kvænangen aktuell zum bedeutendsten Beobachtungsgebiet Norwegens macht. Ist die Heringssaison vorbei, verteilen sich die Tiere wieder aufs offene Meer, wo sie in den weiten, kalten Gewässern jagen.
Der Ort, an dem sich Hering und Orcas im Winter treffen, ist nicht festgeschrieben — er wandert. Der Norwegische Frühjahrshering verlegt seine Überwinterungsgründe von Zeit zu Zeit, und die Orcas folgen ihm, weil er ihre wichtigste Beute ist. Über die letzten Jahrzehnte ging diese Bewegung stetig nach Norden.
Noch bis 2006 zogen die Orcas in den Tysfjord bei den Lofoten — die klassische Beobachtungsregion der frühen Jahre. Danach überwinterte der Hering für einige Jahre weit draußen im offenen Meer und war kaum erreichbar. Ab 2012 kehrte er in die Fjorde zurück, zunächst in den Andfjord (2012–2016), dann in die Gewässer um Tromsø (2016–2017), ehe sich der Schwerpunkt 2018 in den Kvænangen verschob. Als Ursache gelten Veränderungen in den Heringsbeständen und die Erwärmung der Meere. Wohin es die Tiere als Nächstes zieht, lässt sich schwer vorhersagen — der Trend zeigt weiter nach Norden, in Richtung Finnmark.
nach Norden
Orcas gehören zu den großhirnigsten Tieren der Erde — sowohl in der absoluten Größe als auch in der Struktur ihres Gehirns. Was das für ihre Intelligenz bedeutet, ist allerdings weniger eindeutig, als oft behauptet wird. Ein paar Zahlen und die ehrliche Einordnung dazu.
Der Gyrencephalie-Index (GI) misst, wie stark die Großhirnrinde gefaltet ist. Wale haben hier die höchsten Werte aller bisher untersuchten Säugetiere: Im Schnitt liegen sie bei einem GI von 5,4, der Orca erreicht mit rund 5,7 den Spitzenwert. Zum Vergleich liegt der Mensch bei etwa 2,5. Mehr Faltung bedeutet mehr Oberfläche und damit theoretisch mehr Platz für neuronale Verbindungen.
Nur: Faltung allein ist noch kein Beleg für höhere Intelligenz — und genau darüber streitet die Forschung. Die Großhirnrinde der Wale ist zwar stark gefaltet, aber vergleichsweise dünn, hat eine geringere Neuronendichte als etwa die des Menschen, und der präfrontale Bereich ist klein. Der starke GI zeigt also vor allem eines sicher: Das Orca-Gehirn ist anatomisch außergewöhnlich. Was es kognitiv leistet, lässt sich daraus nicht direkt ableiten. Eine ausführliche MRT-Untersuchung des Orca-Gehirns beschreibt diese Besonderheiten im Detail.
Das Gehirn eines Orcas wiegt rund 5,6 Kilogramm — nach dem des Pottwals das zweitgrößte aller Meeressäuger. Beeindruckender als das Gewicht ist aber ein anderer Befund: Trotz geringerer Neuronendichte besitzt der Orca mehr graue Substanz und mehr Großhirn-Neuronen als jedes andere Säugetier, den Menschen eingeschlossen. Das ist reine Anatomie, unabhängig von jeder Intelligenz-Debatte — und für sich genommen bemerkenswert.
Setzt man die Gehirngröße ins Verhältnis zum Körper, ergibt sich der Enzephalisationsquotient (EQ). Beim Orca liegt er bei etwa 2,5 und damit über dem vieler anderer Meeressäuger. Delfine kommen mit 4 bis 5 sogar höher, während der Blauwal bei nur etwa 0,1 bis 0,2 liegt — sein Gehirn ist im Verhältnis zum riesigen Körper klein. Der EQ ist ein grober Richtwert und wurde für Säugetiere entwickelt; Vergleiche mit Fischen wie dem Weißen Hai sind deshalb nur begrenzt aussagekräftig, auch wenn deren Werte um ein Vielfaches niedriger liegen.
Eine Hirnregion ist beim Orca besonders ausgeprägt: der Insular Cortex, die Inselrinde. Sie ist an der Verarbeitung von Emotionen, an sozialer Interaktion, Empathie und Selbstwahrnehmung beteiligt und beim Orca deutlich stärker ausgebaut als bei kleineren Walarten.
Dieser Befund passt zu dem, was sich im Verhalten beobachten lässt: enge, über Jahre stabile Familienbindungen und Reaktionen, die als Trauer gedeutet werden — etwa wenn ein Muttertier ein totes Kalb tagelang mit sich trägt. Sicher belegt ist der anatomische Ausbau der Inselrinde; die Verbindung zu konkreten Gefühlen bleibt eine plausible, aber nicht endgültig bewiesene Deutung. Der Whale Sanctuary Project ordnet diese Zusammenhänge ausführlich ein.
Orcas leben in einer Welt aus Schall. Im Polarwinter der norwegischen Fjorde, wenn die Sonne wochenlang nicht aufgeht und das Wasser dunkel und trüb ist, verlassen sie sich nicht auf ihre Augen, sondern auf ihr Gehör — zum Jagen wie zum Verständigen.
Ihre Klicklaute werden von der Melone gebündelt, einem fettreichen Organ in der Stirn, und als gerichteter Schallstrahl nach vorn abgegeben. Treffen sie auf einen Heringsschwarm, kehren sie als Echo zurück und werden über das fettgefüllte akustische Fenster im Unterkiefer aufgenommen; von dort läuft der Schall zum Hörapparat und weiter ins Gehirn, das daraus ein akustisches Bild der Umgebung errechnet. So orten Orcas ihre Beute auch in völliger Dunkelheit — die Grundlage, auf der die gemeinsame Jagd erst funktioniert.
Zum Jagen brauchen Orcas Klicks, zum Zusammenleben Rufe. Ihr Repertoire aus pfeifenden und pulsierenden Lauten ist von Familie zu Familie verschieden: Jeder Verband hat seinen eigenen Dialekt, keine zwei klingen gleich, und Forscher erkennen einzelne Gruppen allein an ihren Lauten.
Erlernt ist dieser Dialekt, nicht angeboren. Ein Kalb kommt mit wenigen Lauten zur Welt und übernimmt nach und nach die Rufe von Mutter und Verband — so wandert er über Generationen weiter, eine echte kulturelle Tradition. Wie eigenständig diese „Sprachen“ sind, zeigt ein Vergleich: Norwegische Orcas verwenden rund 23 Ruftypen, isländische etwa 24 — und keinen einzigen teilen die beiden Populationen. Im Zentrum jeder Familie steht das älteste Weibchen, um das sich Kinder und Enkel gruppieren; der gemeinsame Dialekt hält diesen Verband akustisch zusammen — Erkennungszeichen und Bindeglied, wenn sich Tiere im dunklen Wasser über Distanz abstimmen müssen.
Orcas jagen in eng koordinierten Familienverbänden, sogenannten Pods — und die norwegischen Pods beherrschen dabei eine Technik, die bislang nur bei ihnen und einigen Delfinarten dokumentiert ist: die Karusselljagd. Sie läuft in zwei Phasen ab. Zuerst umkreist der Pod einen Heringsschwarm und treibt ihn zu einem dichten Ball dicht unter der Oberfläche zusammen. Verdichtet wird der Ball mit Blasenstößen, mit dem Aufblitzen der weißen Bauchunterseite, das die Heringe verwirrt, und mit Schwanzschlägen auf die Wasseroberfläche.
Ist der Ball eng genug, beginnt das Fressen: Die Orcas schlagen mit der Unterseite ihrer Fluke in den Schwarm und betäuben mit einem gezielten Schlag oft zehn bis fünfzehn Heringe auf einmal, die sie dann einzeln aufnehmen. Dabei hat jedes Tier seine Rolle — ein Teil des Pods hält den Ball zusammen, während der andere frisst, dann wird gewechselt, sodass alle satt werden. Es sind immer mehr Tiere am Treiben als am Fressen, damit der Ball nicht auseinanderfällt. Der Biologe Tiu Similä, der die norwegischen Orcas seit Jahrzehnten beobachtet, beschreibt diese koordinierte Rollenverteilung als Kern der Technik.
In denselben Fjorden folgen auch Buckelwale und Finnwale den Heringsschwärmen. Anders als in Regionen, in denen meeressäugerfressende Orca-Ökotypen gezielt Buckelwale angreifen, jagen die norwegischen Typ-1-Orcas diese Wale nicht — sie sind auf Fisch spezialisiert. Ein friedliches Nebeneinander ist es trotzdem nicht: Die Buckelwale sind Konkurrenten um denselben Hering, und oft Diebe. Immer wieder stößt ein Buckelwal mit weit geöffnetem Maul in einen Köderball, den die Orcas gerade zusammengetrieben haben, verschlingt in einem einzigen Zug Hunderte Heringe und sprengt den Ball — woraufhin die Orcas ihre Jagd aufgeben und weiterziehen. Der Taucher und Autor eines ausführlichen Berichts aus Skjervøy beschreibt diese Szenen als festen Bestandteil des Winters am Fjord.
Kvænangen, Nordnorwegen
Der norwegische Orca ist ein Fischjäger, und sein Körper ist darauf gebaut — nicht auf Größe, sondern auf Tempo und Präzision. Männchen des Typs 1 werden 6 bis 7 Meter lang und bis zu 6 Tonnen schwer, Weibchen bleiben mit 5 bis 6,5 Metern und 3 bis 4 Tonnen etwas kleiner. Am auffälligsten ist die Rückenflosse: Bei ausgewachsenen Männchen ragt sie bis zu 1,8 Meter auf, bei Weibchen bleibt sie kleiner und stärker gebogen.
Trotz ihrer Masse sind Orcas schnelle, wendige Schwimmer und erreichen im Sprint bis zu 56 km/h — genug, um einen Heringsschwarm einzuholen und über Distanz zu verfolgen. Ihre Ausdauer kommt dazu: Auf der Suche nach Fisch legen sie weite Strecken zurück.
Zum Fang genügen ihnen bis zu 48 kräftige, spitze Zähne und die Muskulatur ihrer Fluke, mit der sie den Hering im Wasser betäuben, statt ihn zu zerbeißen. Kein Gigant also, sondern ein kompakter, effizienter Jäger — zugeschnitten auf die Beute, die ihn jeden Winter nach Norden führt.
Orcas stehen am oberen Ende der marinen Nahrungskette — natürliche Feinde haben sie keine. Weltweit haben verschiedene Populationen dafür sehr unterschiedliche Techniken entwickelt, und manche haben sich sogar auf Weiße Haie spezialisiert. Dabei gehen sie nicht alle gleich vor: Einige Orcas drehen den Hai auf den Rücken und versetzen ihn in tonische Immobilität, eine Schreckstarre, in der er wehrlos ist. Andere greifen direkt und koordiniert an, öffnen den Hai gezielt an der Brustpartie und fressen nur die fettreiche Leber. Vor Südafrika haben zwei dieser Orcas, Port und Starboard, mit dieser Methode Weiße Haie über Wochen aus ganzen Küstenabschnitten vertrieben. Selbst Blauwale, das größte Tier der Erde, wurden schon von gut abgestimmten Pods erlegt.
All das sind Leistungen spezialisierter Gruppen anderswo — die norwegischen Typ-1-Orcas sind und bleiben Heringsjäger. Ihr einziger ernsthafter Feind ist ohnehin ein anderer: der Mensch. Umweltgifte wie PCB reichern sich über die Nahrungskette in den Tieren an, Überfischung entzieht ihnen die Beute, und die Gefangenschaft hält sie fern von allem, wofür ihr Körper und ihr Sozialleben gemacht sind. Gerade deshalb gehört der Orca dorthin, wo er in diesem Artikel die ganze Zeit war: in die weite, kalte See des Nordatlantiks — und im Winter in die Fjorde vor Skjervøy.
Die soziale Organisation und die Jagdtechniken, um die es in diesem Artikel ging, lassen sich nirgends besser erleben als dort, wo die Orcas den ganzen Winter über jagen: in den Fjorden um Skjervøy in Nordnorwegen. Zwischen November und Januar folgen hier zahlreiche Orcas den Heringsschwärmen in die Fjorde — genau die Karusselljagd, die dieser Artikel beschreibt, lässt sich in dieser Zeit vom Boot aus mit eigenen Augen sehen.
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Der Hering zieht, die Orcas folgen.
Typ 1, rund 1.500 Tiere, seit den 1980er-Jahren erforscht — und trotzdem lässt sich das Wichtigste an ihnen nicht in Zahlen fassen. Jeden Winter ziehen sie den Heringsschwärmen in die Fjorde nach, mal in den Vestfjord, mal nach Tromsø, seit einigen Jahren in den Kvænangen bei Skjervøy. Wer sie sehen will, folgt also keiner festen Adresse, sondern einem Fisch. Und irgendwann, wenn der Hering weiterzieht, wird auch dieser Ort nur noch eine Station auf der Karte sein.
— Bjoern Templ, geschrieben in Zermatt
Orcas leben in allen Weltmeeren, am dichtesten aber in den kalten Gewässern der Antarktis, des Nordpazifiks (Alaska, Kanada) und des Nordatlantiks. In Norwegen sind die Fjorde des Nordens im Winter ein Hotspot: Dann ziehen die Heringsschwärme in die Fjorde, und die Orcas folgen ihnen.
Ja, vor allem im Winter. Zwischen November und Januar sammeln sich zahlreiche Orcas in den Fjorden Nordnorwegens, um den überwinternden Heringen zu folgen — aktuell vor allem im Kvænangen bei Skjervøy.
Heute nur noch selten. Bis Mitte der 2000er-Jahre war der Vestfjord bei den Lofoten ein bekanntes Orca-Gebiet, doch seither ist der Hering — und mit ihm die Orcas — weiter nach Norden gewandert. Wer sie zuverlässig sehen will, fährt inzwischen in die Region um Skjervøy.
Weltweit schätzt man die Zahl auf unter 50.000 Tiere, wobei genaue Zählungen schwierig sind; die IUCN führt die Art als „ungenügende Datenlage". Vor der norwegischen Küste leben rund 1.500 Orcas.
Der Orca. Er ist größer, jagt im koordinierten Verband und ist mehrfach dabei dokumentiert, Weiße Haie zu erlegen — vor Südafrika meiden Weiße Haie sogar ganze Küstenabschnitte, sobald dort Orcas auftauchen.
In freier Wildbahn verhalten sich Orcas Menschen gegenüber nicht aggressiv — dokumentierte Angriffe auf Menschen im offenen Meer gibt es praktisch nicht. „Freundlich" trifft es trotzdem nicht: Es sind kraftvolle Raubtiere, denen man mit Respekt und Abstand begegnen sollte.
In freier Wildbahn ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Orca einen Menschen getötet hat. Die bekannten Todesfälle ereigneten sich in Gefangenschaft — insgesamt vier Menschen, drei davon in Zusammenhang mit demselben Tier, dem Orca Tilikum.

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