
Norwegen im Winter: Wie kalt, wie dunkel, beste Reisezeit
Wie kalt wird es wirklich, wie lange ist es hell, welcher Monat lohnt sich? Konkrete Zahlen für Tromsø, Senja und die Lofoten – aus eigener Erfahrung.
Zuletzt aktualisiert: 08.08.2026 | Lesezeit: ca. 10 min.
Ein Beitrag von Bjoern Templ
Ja — aber nicht wegen des Dorfes selbst, das du in einer halben Stunde durch hast. Der Grund zu bleiben liegt auf dem Wasser: Vom Hafen fährt ein öffentliches Schnellboot in den Reinefjord, wo keine Straße mehr hinführt. Dazu der Reinebringen über die Sherpa-Treppe, drei Lokale im Ortskern und Rorbuer direkt am Fjord. Hier findest du Anreise, Parken, Unterkünfte, Essen und die beste Reisezeit.
Reine liegt ganz im Süden der Lofoten in Norwegen, kurz bevor die Straße in Å endet. Ein Hafen, ein paar hundert Menschen, rote Rorbuer am Wasser — und dahinter Felswände, die senkrecht aus dem Fjord steigen. Es ist eines der meistfotografierten Dörfer des Landes.
Ich kenne Reine im Winter, und vor allem von oben, vom Reinebringen aus. Von dort ist es ein Motiv. Unten ist es ein Fischerdorf, in dem gearbeitet wird.
Die meisten halten hier zwanzig Minuten und fahren weiter. Hier steht, wie du hinkommst, wo du schläfst und wo du isst — und was du siehst, wenn du bleibst.
auf der E10 kurz vor Reine
Reine liegt auf Moskenesøy, der südlichsten großen Insel der Lofoten, und ist Verwaltungssitz der Kommune Moskenes. Vom Fähranleger Moskenes sind es knapp fünf Kilometer, von Svolvær rund 125. Danach geht es kaum noch weiter — in Å endet die Straße.
Die E10 führt direkt durch den Ort. Von Leknes fährst du gut eine Stunde, von Svolvær rund zwei. Die nächsten Flughäfen sind Leknes und Svolvær, beide ohne Direktflug ab Oslo — du steigst in Bodø oder Tromsø um. Ein Mietwagen ist auf den Lofoten praktisch Pflicht.
Die Autofähre Bodø–Moskenes fährt Torghatten Nord, die Überfahrt über den Vestfjord dauert je nach Route drei bis vier Stunden. Im Sommer gibt es rund zehn Abfahrten am Tag, im Winter oft nur zwei.
Vorbestellbar sind höchstens 60 Prozent der Plätze, buchbar bis zehn Stunden vor Abfahrt. „Ausgebucht“ heißt also nur, dass das Reservierungskontingent weg ist — ohne Reservierung stellst du dich in die Schlange und kommst meistens mit. Nimm im Zweifel die Direktverbindungen: Reisende nach Værøy und Røst haben bei Andrang Vorrang.
Der zentrale Parkplatz am Ytre Havn ist kostenpflichtig (rund 40 NOK pro Stunde), bezahlt wird über EasyPark. Kostenlose Flächen gibt es kaum noch, und wo Schilder stehen, wird kontrolliert.
Im Dorf selbst habe ich mich nicht lange aufgehalten. Dafür hat die Natur rundherum einfach zu viel zu bieten. Und genau darauf liegt in diesem Artikel auch der Fokus.
Vom Hafen in Reine fährt eine öffentliche Schnellbootlinie in den Reinefjord. Vier Haltestellen: Reine, Rostad, Kirkefjord und Vindstad, Fahrzeit rund 20 Minuten. Von Vindstad und Kjerkfjorden aus erschließt du die Nordseite von Moskenesøya — und von Vindstad läufst du zum Bunes-Strand. Der Fußweg dorthin dauert etwa 45 Minuten.
Das ist kein Ausflugsboot, sondern öffentlicher Nahverkehr — entsprechend günstig und entsprechend unromantisch getaktet. Im Sommer fährt es zwei- bis viermal täglich. Im Winter fällt der Samstag aus, in Vindstad gibt es im Sommer ein Café, und wer nicht wandern will, bleibt einfach an Bord und fährt die Runde mit.
Zwei Dinge, die du wissen musst: Buch vorher, die Linie ist im Sommer schnell voll. Und wenn du zum Bunes wanderst, schau dir den Rückfahrplan genau an, sonst steckst du in Vindstad fest.
Der Hausberg von Reine, 448 Meter, über eine Sherpa-Treppe. Die bekannte Aussicht liegt etwas unterhalb des Gipfels — dort drehen die meisten um. Technisch einfach, konditionell steil.
Alles zur Route, Gehzeit und Ausrüstung findest du in meinem ausführlichen Guide.
Der Reinefjord ist geschützt genug, dass Kajaktouren auch für Einsteiger funktionieren. Ebenfalls im Angebot: SUP und geführte Angeltouren — Reine lebt schließlich immer noch vom Fisch.
Paddeln direkt unter den Felswänden des Reinefjords – höchstens neun Teilnehmende pro Tour.
Die bekanntesten Motive der südlichen Lofoten mit Guide – im Sommer 2026 auch mit frühen und späten Abfahrten.
Rechts unten das Fischerdorf Reine, dahinter Sakrisøy und Hamnøy
Übernachten in Reine heißt in den allermeisten Fällen: Rorbu. Die roten Hütten auf Pfählen waren ursprünglich Saisonunterkünfte für Fischer, die zwischen Januar und April zum Lofotfiske anreisten — heute sind sie renoviert, haben Küche und Bad und stehen immer noch am selben Platz über dem Wasser.
Das ist der Grund, warum du hier anders wohnst als anderswo in Norwegen. Es ist gleichzeitig der Grund, warum du früh buchen solltest: Reine hat dreihundert Einwohner, aber die Lofoten haben über eine Million Besucher im Jahr. Das Angebot im Ort ist klein und im Sommer entsprechend schnell weg.
Wenn in Reine selbst nichts frei ist, lohnt der Blick auf die Nachbarinseln. Hamnøy und Sakrisøy liegen nur ein paar Brücken weiter an derselben Straße — von dort bist du in wenigen Minuten in Reine, und der Blick auf Berge und Fjord ist mindestens so gut. Für die Suche heißt das: Nicht auf „Reine“ fixieren, sondern die ganze Ecke absuchen.
Für mich verkörpert das Reinefjorden Sjøhus das perfekte Lofoten-Feeling. Die Rorbuer liegen direkt am Wasser mit Blick auf Fjord und Berge – morgens aufzuwachen, die Stille zu spüren und dieses besondere Licht zu sehen, ist einfach magisch.
Außerdem gibt es eine Sauna und einen Whirlpool (letzterer gegen kleinen Aufpreis).
Die gemütliche Hütte liegt direkt am Wasser, mit Blick auf die Fischerhütten von Sakrisøy und die schroffen Gipfel der Lofoten. Wenn es eine Unterkunft mit einem absolut unfassbaren Ausblick gibt, dann ist es diese – man fühlt sich direkt mitten im Herz der Inseln, umgeben von dramatischer Natur und der typischen Lofoten-Atmosphäre.
Drei Adressen, alle im Ortskern, alle fußläufig. Für ein Dorf dieser Größe ist das viel.
Tapperiet ist der Allrounder. Es sitzt direkt am Dorfplatz und hat die längsten Öffnungszeiten in diesem Teil der Lofoten — meist ab zwölf Uhr mittags bis in den Abend, im Sommer mit Außenplätzen am Platz. Die Karte ist breit, von Fish and Chips bis Bacalao. Und samstags ist es die Adresse, an der die Einheimischen ausgehen, was in einem Ort mit dreihundert Einwohnern durchaus etwas heißt.
Gammelbua liegt schräg gegenüber und gehört zu den Reine Rorbuer. Das rote Holzhaus stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und war früher der Gemischtwarenladen des Dorfes; im Gastraum brennt ein Kamin, im Sommer öffnet die Terrasse mit Blick auf die Berge. Auf dem Teller Klassiker aus dem Fjord — Stockfisch, Kabeljau, Garnelen.
Bringen Kaffebar ist die kleine Lösung: Waffeln, Kaffee, Sandwiches, Blick auf den Fjord — die naheliegende Belohnung nach dem Reinebringen.
Ansonsten gibt es in Reine einen Supermarkt, eine Tankstelle und einen Outdoorladen. Für Selbstversorger reicht das, für große Einkäufe fährst du nach Leknes.
Es gibt zwei völlig verschiedene Reisen nach Reine, und du solltest dich vorher entscheiden.
Sommer heißt Mitternachtssonne. Zwischen Ende Mai und Mitte Juli geht die Sonne nicht unter, das Boot in den Reinefjord fährt häufig, und für den Reinebringen kannst du dir die Tageszeit aussuchen — auch um Mitternacht ist es hell. Es ist gleichzeitig die Zeit, in der alle anderen da sind: Parkplätze, Fähre und Unterkünfte werden knapp, und auf der Treppe zum Reinebringen bist du nicht allein.
Winter heißt Nordlichter und ein leeres Dorf. Ab Ende August wird es nachts wieder dunkel genug, richtig gute Chancen hast du von September bis März. Dafür sind die Tage kurz, das Boot fährt seltener, und das Wetter bestimmt den Tagesplan. Der Reinebringen ist im Winter eine andere Tour als im Sommer — Schnee und Eis auf den Stufen wollen die passende Ausrüstung.
Wenn du beides willst: Ende August bis Mitte September. Die Wege sind noch frei, die Nächte wieder dunkel, und der große Andrang ist durch.
Zwanzig Minuten oder zwei Tage
Die meisten sehen Reine von der Straße aus, machen ihr Bild und fahren weiter nach Å. Verständlich — das Dorf ist klein, und das Motiv liegt fast am Parkplatz. Nur passiert das Interessante hier nicht am Straßenrand. Es passiert auf dem Boot in den Reinefjord, wo die Straße aufhört und die Berge größer werden. Es passiert im Hafen, in dem immer noch gearbeitet wird. Und es passiert abends am Dorfplatz, wenn die Tagesgäste weg sind. Reine ist keine Sehenswürdigkeit, die man abhakt. Es ist ein Ort, der klein bleibt, egal wie oft er fotografiert wird.
— Bjoern Templ, geschrieben in Wengen
Reine liegt in Nordnorwegen auf Moskenesøy, der südlichsten großen Insel der Lofoten, und ist Verwaltungssitz der Kommune Moskenes. Vom Fähranleger Moskenes sind es knapp fünf Kilometer, von Svolvær rund 125. Die E10 führt direkt durch den Ort und endet wenige Kilometer weiter südlich in Å.
Rund 300. Genauer: 297 Einwohner auf einer Fläche von 0,28 Quadratkilometern. Im Netz kursieren immer wieder Zahlen um 2.000 — die beziehen sich auf die gesamte Kommune Moskenes, nicht auf das Dorf.
Die meisten kommen mit dem Auto: Die E10 führt als einzige durchgehende Straße über die gesamte Inselkette und mitten durch Reine. Wer von Norden anreist, fährt sie von Svolvær aus in rund zwei Stunden herunter, von Leknes in gut einer. Ein Mietwagen ist auf den Lofoten praktisch Pflicht. Wer vom Festland kommt, nimmt die Autofähre von Bodø nach Moskenes — drei bis vier Stunden Überfahrt, danach noch wenige Minuten bis Reine. Fliegen geht über Leknes oder Svolvær, beide ohne Direktverbindung ab Oslo, mit Umstieg in Bodø oder Tromsø.
Das Dorf selbst hast du in einer halben Stunde zu Fuß erkundet. Wer den Reinebringen mitnimmt und einmal mit dem Boot in den Reinefjord fährt, braucht zwei Tage. Reine als Basis für die südlichen Lofoten funktioniert gut für drei bis vier Nächte — von hier erreichst du Å, die Strände und mehrere Wanderungen in kurzer Fahrzeit.
Der Ruf ist älter als Instagram. Reine besteht seit 1743 als Handelsplatz und war lange vom Kabeljaufang abhängig. Als die Nachfrage nach Stockfisch einbrach, drohte dem Ort die Bedeutungslosigkeit — bis ihn die norwegische Zeitschrift Allers in den 1970er-Jahren zum schönsten Dorf Norwegens erklärte. Danach begann der Weg auf Titelseiten, Poster und Kalender.
Das Naheliegendste ist der Aufstieg zum Reinebringen über die Sherpa-Treppe. Fast genauso lohnend und deutlich weniger bekannt: das öffentliche Schnellboot vom Hafen in den Reinefjord, mit Halt in Vindstad, von wo du zum Bunes-Strand läufst. Dazu Kajak, SUP und geführte Angeltouren — und ein Spaziergang durch den Hafen zwischen den Rorbuern.

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Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.
Meine Empfehlungen stammen aus eigener Erfahrung: Unterkünfte, die den Norden spürbar machen, stilvoll eingerichtet, ruhig gelegen und voller einzigartiger Atmosphäre.