
Tromsø Norwegen: Reiseplanung, Touren und was sich wirklich lohnt.
Tromsø Norwegen — auf eigene Faust entdecken. Touren, Reisezeit, Anreise und Parken. Was sich wirklich lohnt — und was du dir sparen kannst.
Zuletzt aktualisiert: 16.03.2026 | Lesezeit: ca. 16 min.
Ein Beitrag von Bjoern Templ
Das Abenteuer beginnt in Tromsø und führt dich zunächst Richtung Süden über Sommarøy, Senja und die Lofoten, bevor es hoch hinauf nach Skjervøy geht – dem nördlichsten Punkt dieses Roadtrips.. Dich erwarten spektakuläre Landschaften, tierische Begegnungen und echte Arktis-Erlebnisse – perfekt für zwei Wochen pures Nordnorwegen.
Hinweis: Enthält Empfehlungs-Links
Es muss einen guten Grund geben, warum du auf diesem Artikel gelandet bist. Vermutlich hast du den Ruf des Nordens gehört, spürst die Sehnsucht nach Weite und willst dich auf ein echtes Abenteuer einlassen – hoch oben im Norden Norwegens.
Eines vorweg: Dieser Roadtrip ist etwas ganz Besonderes. Nicht, weil du eine endlose Liste bekannter Sehenswürdigkeiten abhaken oder an Fotospots stehen wirst, die schon tausendfach auf Instagram zu sehen waren. Sondern weil Nordnorwegen jeden, der sich wirklich darauf einlässt, tief berührt. Was es genau ist, lässt sich schwer in Worte fassen – aber es lohnt sich, die Reise anzutreten und es selbst herauszufinden.
Der Roadtrip lässt sich grundsätzlich zu jeder Jahreszeit erleben und immer wieder neu entdecken. Meine Erzählung stammt jedoch aus dem Winter – Ende November, Anfang Dezember – einer Zeit, in der die Arktis eine Magie entfaltet, wie sie sonst nicht existiert.
In diesem Artikel stelle ich dir eine konkrete Reiseroute vor. Du findest sie übersichtlich auf einer Karte, ergänzt durch Highlights, Unterkünfte, Touren, Distanzen und praktische Hinweise, damit du den Weg gut nachvollziehen und für dich selbst planen kannst.
Für mich vereint diese Route die schönsten Orte Nordnorwegens zu einer abwechslungsreichen und stimmigen Abfolge von Erlebnissen und Momenten.
In diesem Sinne: Auf in den hohen Norden Norwegens – nach Tromsø, unserem Ausgangspunkt für einen zweiwöchigen Roadtrip durch eine der beeindruckendsten Regionen Europas.
Tromsø – der erste Schritt ins Abenteuer. Der kalte Wind beißt leicht in die Wangen, als ich aus dem Flieger steige. Die Luft hier oben ist anders – klar, fast schneidend, aber so erfrischend, dass sie wach macht. Der erste Tag in Tromsø ist immer ruhig, aber das passt. Ankommen, durchatmen, die Arktis aufsaugen.
Ich hole meinen Mietwagen und fahre in Richtung Stadtzentrum. Die Straßen sind ruhig, nur vereinzelt sieht man ein paar Fußgänger, eingepackt in dicke Jacken, die sich gegen den kalten Wind stemmen. Es fühlt sich fast so an, als hätte Tromsø seinen eigenen Rhythmus, entschleunigt und im Einklang mit der winterlichen Dunkelheit.
Die bunten Häuser der Stadt, die unter einer Schicht frischen Schnees liegen, leuchten in der blauen Dämmerung.
Ich schlendere die Storgata entlang – Tromsøs Hauptstraße – vorbei an kleinen Cafés und Geschäften, bevor ich einen Abstecher in den Outdoor-Shop City to Summit mache. Dort besorge ich eine neue Isomatte und Gas für den Kocher – für die eine oder andere Nacht draußen im Zelt. Dann kann es los gehen!
was für ein Empfang
Tagesziel: Bøvær, Senja | Distanz: 114 km
Heute geht es endlich richtig los. Nach der stillen Ankunft in Tromsø beginnt der Roadtrip in die unberührte Wildnis des Nordens. Ich starte früh, der Schnee knirscht unter den Reifen, und während Tromsø langsam im Rückspiegel kleiner wird, öffnet sich vor mir eine spektakuläre Winterlandschaft. Der Himmel leuchtet in einem zarten Blau, die Berge links und rechts sind wie in Watte gehüllt, und die Fjorde funkeln in der Morgensonne.
Das erste Ziel: Sommarøy. Ein kleines, abgelegenes Fischerdorf, das im Sommer vor allem für seine weißen Strände und das türkisfarbene Wasser bekannt ist. Aber heute zeigt sich die raue Seite des Nordens. Kaum bin ich angekommen, bläst mir der Wind ins Gesicht, und dunkle Wolken jagen über den Himmel. Der Sturm peitscht das Meer auf, doch genau diese raue Schönheit macht Sommarøy so einzigartig. Die schneeweißen Häuser und die Brücken, die die kleinen Inseln verbinden, stehen im starken Kontrast zu den dunklen Bergen im Hintergrund.
Ich mache mich auf den Weg zum Nordkollen, einem kleinen Berg, der für seine Aussicht bekannt ist. Schon nach den ersten Metern nimmt der Sturm zu. Der Wind treibt Schnee über den Pfad, jeder Schritt wird mühsamer, und die Sicht ist eingeschränkt.
Je höher ich komme, desto eindrucksvoller wird die Landschaft. Das tiefblaue Meer breitet sich vor mir aus, die umliegenden Inseln ragen aus der winterlichen Weite. Trotz des Sturms spürt man die Kraft und Klarheit der Natur – rau, ungestüm, faszinierend zugleich.
Nach dem kurzen Abstecher nach Sommarøy setze ich meine Reise fort und fahre nur wenige Minuten nach Brensholmen, wo ich die Fähre nach Botnhamn auf Senja nehme. Die Fähre der Linie 181 verkehrt je nach Jahreszeit ein paar mal pro Tag, im Winter etwas weniger oft. Der Preis für Autos unter 6 Meter Länge: 197 kr., umgerechnet ca. 17 €.
Warten auf die Fähre in Brensholmen. Im Hintergrund ist die Brücke nach Sommarøy zu sehen. Und ein paar Rentiere verkürzen mir die Wartezeit.
Für alle, die in Norwegen mit der Fähre unterwegs sind, ist FerryPay eine praktische Option. Mit FerryPay kannst du die Fährkosten automatisch per Karte bezahlen und ersparst dir die umständliche Rechnungsstellung für jede einzelne Fahrt. So kannst du den vollen Fahrpreis unkompliziert direkt an Bord begleichen. Mehr infos auf www.ferrypay.no
findet man immer wieder Licht – ein leuchtender Moment, der Wärme und Nostalgie in die Kälte bringt.
In der Dunkelheit des norwegischen Winters findet man immer wieder Licht – ein leuchtender Moment, der Wärme und Nostalgie in die Kälte bringt.
Gegen 3 Uhr nachmittags gehe ich an Bord, und die Dunkelheit setzt langsam ein. Die Dämmerung taucht die Überfahrt in eine besondere Stimmung, während in der Ferne einige Lichter der Küste aufblitzen. Im Restaurant-Bereich gönne ich mir einen Crêpe mit Braunkäse und dazu einen starken Kaffee – ein echtes norwegisches Erlebnis.
Nach der Überfahrt fahre ich weiter durch die Dunkelheit, vorbei an der berühmten Felsformation Segla, die ich diesmal nicht sehen kann. Die Straße schlängelt sich entlang des Meeres, bis ich schließlich in Bøvær ankomme, wo ich eine gemütliche Unterkunft gebucht habe.
Ich finde eine kleine, aber unglaublich gemütliche Holzhütte vor, die direkt am stürmischen Nordatlantik liegt. Die Hütte steht auf einem Steg, der dahinter eine geschützte Bucht bildet. Vom Schlafzimmer im oberen Stockwerk öffnet sich durch eine große Fensterfront ein beeindruckender Blick auf das weite, dunkle Meer, das sich bis zum Horizont erstreckt. Draußen fällt leise der Schnee, und die Szenerie könnte idyllischer kaum sein.
Bereits am ersten Abend kreisen meine Gedanken nur um die Nordlichter, die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie mit eigenen Augen gesehen habe. Die Vorhersagen sind vielversprechend, und die Vorfreude lässt mich kaum los. Während ich draußen sitze und dem ständigen Rauschen des Meeres lausche, beginnt der Himmel über mir plötzlich zum Leben zu erwachen. Zuerst nur ein schwaches Flackern, doch schon bald tanzen türkisgrüne Lichter in faszinierenden Mustern über den Horizont. Sofort greife ich zur Kamera, um diesen magischen Moment festzuhalten. Dieser Augenblick in der stillen Dunkelheit der Arktis wird für immer in meiner Erinnerung bleiben, ein unvergleichliches Erlebnis.
Bereits am ersten Abend Nordlichter zu sehen, hätte ich nicht erwartet – ein perfekter Start, der die Spannung für die kommenden Tage noch mehr steigen lässt.
Tagesziel: Bjerkvik, Narvik | Distanz: 189km
Am vierten Tag meines Roadtrips führt mich meine Reiseroute zurück aufs Festland. Die Fahrt durch Senja ist spektakulär. Es empfiehlt sich ein kurzer Stop an der Bergsbotn Utsiktsplattform, einem der beeindruckendsten Aussichtspunkte der Insel. Die Plattform schwebt förmlich über der steilen Küste und bietet einen atemberaubenden Blick auf das darunterliegende Tal und den tiefblauen Fjord.
Sofort versteht man, warum Senja auch „Norwegen in Miniatur“ genannt wird
Nach den verschneiten Weiten von Senja erreiche ich Finnsnes und setze meine Fahrt in Richtung Lofoten fort. In der dunklen Winterlandschaft lege ich entspannt Kilometer zurück. In Bjerkvik angekommen, tanke ich das Auto und suche mir einen ruhigen Zeltplatz etwas außerhalb der kleinen Stadt. Hier beginnt der spannendste Teil des Roadtrips: Die Lofoten warten auf mich – das absolute Highlight der Reise, das die Erwartungen in den nächsten Tagen sicherlich übertreffen wird.
Tagesziel: Svolvær, Vågan | Distanz: 203 km
Der fünfte Tag bringt mich auf die E10, eine der wohl schönsten Panoramastraßen der Welt. Diese berühmte Route führt mich von Bjerkvik aus tief hinein in die atemberaubende Landschaft der Lofoten, die für meinen persönlichen Geschmack, insbesondere im Winter, mit ihrer spektakulären Schönheit fasziniert. Die schroffen Berge, die dramatisch aus dem Meer aufragen, und die tiefen, klaren Fjorde machen jede Kurve zu einem neuen, unvergesslichen Erlebnis.
Die Fahrt bietet mir einen atemberaubenden Ausblick, ohne dass man sich an der Schönheit sattsehen kann. Immer wieder kreisen majestätische Seeadler über die bunten Fischerhütten, die sich perfekt in die Landschaft einfügen. Am Straßenrand entdecke ich eine Elchfamilie, halte kurz an, um sie mit respektvollem Abstand zu beobachten.
Die Bedingungen auf der E10 sind ein ständiges Auf und Ab. Mal fahre ich durch dichtes Schneegestöber, das von der untergehenden Sonne durchbrochen wird und die Landschaft in ein goldenes Leuchten taucht. Die schneebedeckten Berge glitzern in der kalten Winterluft – einfach magisch. Dann, ganz plötzlich, klart der Himmel auf, und ich genieße den freien Blick auf diese beeindruckende Szenerie. Das Wetter ändert sich ständig, und mit jedem Wechsel zeigt sich die Landschaft von einer neuen, faszinierenden Seite.
Die Fahrt auf der E10 ist ein Fest für die Sinne
Abends komme ich in Svolvær an, der größten Stadt der Lofoten – wunderschön am Meer gelegen, von Bergen umgeben. Von hier starten Touren zu den schönsten Orten der Region: Nordlicht-Safaris, Kajaktrips oder Fischer-Ausflüge.
Ich checke im Thon Hotel ein. Nachdem ich die letzte Nacht im Zelt kaum geschlafen habe, freue ich mich auf ein wenig Komfort.
Heute steht noch eine Nordlicht-Safari an. Mit einer kleinen Gruppe fährt uns der Guide an einen abgelegenen Ort. Es gibt heißen Tee und Kuchen, wir unterhalten uns über Kameraeinstellungen, Objektive und alles, was zum Fotografieren des Nachthimmels dazugehört. Und plötzlich geht es los – Nordlicht!
Das Thon Hotel Svolvær liegt direkt am Hafen und vereint modernes Design mit nordischer Klarheit. Helle Zimmer, ein stilvolles Restaurant und eine Bar mit Blick aufs Wasser bieten Komfort und Leichtigkeit. Ich kann das Hotel vor allem wegen der hervorragenden Lage empfehlen – ein idealer Ausgangspunkt für Bootstouren, Nordlicht-Safaris und Erkundungen der Inseln. Den Komfort im Hotel habe ich sehr genossen, das Frühstück war großartig und das Personal auffallend freundlich.
Tagesziel: Nusfjord, Flakstad | Distanz: 93 km
Halbzeit meines Nordnorwegen-Roadtrips! Am siebenten Tag führt mich meine Reise von Svolvær nach Nusfjord. Die Fahrt verläuft durch ein enges Tal, in dem steile Felswände die Straße flankieren und die Landschaft dramatisch wirken lassen. Über den Gipfeln kreisen Seeadler. Je näher ich Nusfjord komme, desto beeindruckender wird die Kulisse: Der Ort ist vollkommen eingekesselt von majestätischen Bergen, und der Blick öffnet sich nur in Richtung Nordmeer. Dieses versteckte Fischerdorf wirkt wie eine verborgene Schatzkammer, umgeben von der rauen Schönheit der Natur. Die eindrucksvollen Felsformationen und die unberührte Umgebung verleihen Nusfjord eine einzigartige Atmosphäre, die in der Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Ich werde von einer Atmosphäre empfangen, die so ruhig und friedlich ist, dass sie kaum real erscheint. Das Dorf, das sonst in den Sommermonaten von Touristen belebt ist, liegt jetzt still und verschneit vor mir. Die wenigen Holzhäuser, die sich an die Felsen schmiegen, sind in ein sanftes, winterliches Weiß gehüllt. Kleine Lichter in den Fenstern schaffen eine warme, einladende Stimmung, und der Duft von frischem Fisch hängt in der klaren, kalten Luft. Die Ruhe, die hier herrscht, ist allgegenwärtig und wirkt fast meditativ.
wie aus einem Märchen
Bevor ich mich aufmache, um einen geeigneten Zeltplatz in der Gegend zu finden, besuche ich noch das „Landhandleriet Café“ in Nusfjord. Als ich das schon von außen bezaubernd aussehende Holzhaus betrete, umhüllt mich sofort eine angenehme Wärme. Draußen hatte der Frost meine Finger klamm werden lassen, doch hier drinnen, direkt am knisternden Kamin, taut alles wieder auf. Der Duft von frisch gebackenen Zimtschnecken und starkem Filterkaffee erfüllt den Raum – genau das Richtige nach dem Erkunden des kleinen Fischerdorfs. Das Café strahlt eine Gemütlichkeit aus, wie ich sie selten erlebt habe.
Ich lasse meinen Blick durch das Café schweifen und denke an die Geschichten, die dieser Ort erzählt. Früher war das Landhandel nicht nur ein Geschäft, sondern das Herzstück des Dorfes – hier kamen Fischer nach langen, harten Tagen auf See zusammen, um sich mit dem Nötigsten einzudecken und Neuigkeiten auszutauschen.
Bevor ich Nusfjord verlasse, mache ich noch einen kurzen Abstecher auf die schnebedeckten Felsen nahe am Ufer und genieße die Aussicht auf das in warmen Farben glitzernde Nordmeer. Für einen Moment versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl sein muss, an einem solch abgelegenen Ort zu leben. Völlig abgeschnitten vom Trubel dieser Welt, allein mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten. Die Stille hier hat etwas Beruhigendes, aber auch Ehrfurcht gebietendes. Das Leben hier muss einfach sein, aber es hat mit Sicherheit eine Tiefe, die man in der Hektik der modernen Welt nicht finden wird. Ich atme die klare, salzige Luft ein, bevor ich mich schweren Herzens auf den Weg zu meinem Auto mache. Nusfjord war ein Erlebnis der ganz besonderen Art und ich wünsche euch, dass ihr es in einer ähnlich faszinierenden Stimmung erleben könnt.
Wahrscheinlich eines der am meisten fotografierten Häuser Norwegens
Tagesziel: Uttakleiv, Vestvågøy | Distanz: 118 km
Am sechsten Tag geht es weiter in Richtung Reine, einem der malerischsten Dörfer auf den Lofoten. Die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich: Ständig überquere ich Brücken, die die unzähligen kleinen Inseln miteinander verbinden, und fahre vorbei an dramatischen Bergen und bizarren Felsformationen. Wildromantische Fischerhütten, die sich an die schroffen Küsten schmiegen, säumen den Weg. In der Ferne erspähe ich immer wieder Weißkopfseeadler, die majestätisch über die Fjorde gleiten.
In Reine angekommen, bereite ich mich auf den Aufstieg zum Reinebringen vor – eines der bekanntesten und in der Hauptsaison daher sehr überlaufenen Wanderziele der Lofoten. Der Reinebringen ist nicht nur wegen seiner spektakulären Aussicht berüchtigt, sondern auch wegen seiner gefährlichen Bedingungen, besonders im Winter. Der Aufstieg erfolgt über die Sherpa-Treppen, die von nepalesischen Handwerkern gebaut wurden und den Weg etwas sicherer machen. Trotzdem erfordert der Weg nach oben ein gewisses Maß an Vorsicht, denn die schneebedeckten Stufen können rutschig sein. Es gibt Geschichten von Wanderern, die hier tödlich verunglückt sind – eine eindringliche Erinnerung daran, dass die Natur hier gnadenlos sein kann. Dennoch möchte ich betonen, dass die Tour für einen trittsicheren Wanderer keine große Herausforderung darstellt, wenn die Bedingungen einigermaßen passabel sind.
Das eigentliche Highlight ist der Sonnenuntergang. Die tief stehende Sonne hüllt die schroffen Felswände und schneebedeckten Gipfel in ein warmes, goldenes Licht. Während die Schatten länger werden, verwandelt sich die Landschaft in eine fast unwirkliche Kulisse. Es ist ein Moment der Ruhe und Schönheit, der sich tief in mein Gedächtnis einprägt – ein unvergesslicher Höhepunkt des Roadtrips.
Aussicht vom
Mein Ziel für den heutigen Tag ist Uttakleiv, ein abgelegener Strand, der als einer der besten Orte auf den Lofoten gilt, um Nordlichter zu sehen. Über Brücken, vorbei an schroffen Bergen, die sich dramatisch gegen den Nachthimmel abzeichnen, erreiche ich schließlich den schneebedeckten Strand.
Ich baue mein Zelt auf und werfe den Gaskocher an, um mir etwas zu essen zu machen. Während ich mein Abendessen zubereite, zieht eine Wolkenfront über den Himmel. Immer wieder blitzen zwischen den vorbeiziehenden Wolken die Nordlichter auf und tauchen den schneebedeckten Strand in sanftes Licht. Eingekuschelt in meinem Schlafsack sitze ich am Strand, das leise Rauschen des Meeres im Hintergrund, und genieße diesen magischen Moment in völliger Einsamkeit.
Tagesziel 1: Henningsvær | Distanz: 64 km; Tagesziel 2: Tromsø | Distanz: 445 km
Bevor ich Richtung Henningsvær aufbreche, setze ich mich auf einen der großen Steine direkt am Wasser und koche mir einen Kaffee. Ich blicke aufs Meer, als plötzlich ein riesiger Seeadler völlig lautlos nur wenige Meter an mir vorbeigleitet. Was für ein Moment.
Noch etwas verschlafen starte ich wenig später den Motor und mache mich auf den Weg. Als ich die Südküste erreiche, wird die Landschaft dramatischer. Schroffe Berge. Die Küste immer zerklüfteter. Überall kleine Inseln, steile Felswände, Fjorde. Schließlich führt mich eine Brücke nach Henningsvær. Das Dorf liegt unbeschreiblich schön vor mir, verteilt auf mehrere Inseln. Dahinter: nur noch das offene Meer.
In dem kleinen, kunstbegeisterten Fischerdorf gönne ich mir wieder etwas Luxus und quartiere mich im Bryggehotel ein. Eine besondere Unterkunft mit exzellentem Restaurant und perfekter Lage. Nachdem ich mir das Dorf angesehen habe und ein paar Tore auf dem berühmten Fußballplatz geschossen habe, entspanne ich noch in der Ocean Sauna der Trevarefabrikken. Traumhaft. Mit großem Panoramafenster direkt am Ufer. Ein Ort, um runterzukommen und mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Henningsvær ist ein Muss auf jeder Lofoten-Reise.
Am nächsten Morgen fällt es mir schwer, weiterzufahren.
In Henningsvær übernachte ich am liebsten im Bryggehotell. Das Haus verbindet modernes, nordisches Design mit einer klaren maritimen Handschrift. Die Zimmer sind hell, ruhig und öffnen den Blick auf den Hafen und die vorgelagerten Inseln.
Besonders angenehm ist die entspannte Stimmung im ganzen Hotel. Nach langen Tagen draußen – ob in den Bergen oder auf dem Meer – ist das genau der richtige Ort, um runterzufahren. Auch Frühstück und Restaurant passen ins Gesamtbild: unkompliziert, hochwertig, nordisch.
Nicht von dieser Welt
Tagesziel: Skjervøy | Distanz: 158 km
Die letzte Etappe meines Roadtrips steht an. Mein großer Traum: Orcas in Skjervøy zu beobachten und zu fotografieren. Die Reise führt mich weiter nach Norden, tief hinein in die winterliche Dunkelheit Nordnorwegens. Inzwischen dämmert es nur noch rund vier Stunden am Tag, bevor es wieder stockdunkel wird. Doch diese kurze Zeit ist getragen von einer arktischen Magie, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Gut eine Stunde nach Tromsø nehme ich die Abkürzung mit der Fähre – von Breivikeidet nach Svensby. Die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten, kostet 100 NOK und spart einiges an Fahrzeit.
In Svensby angekommen, liegt sie plötzlich vor mir: die Lyngen Alps. Schroffe, verschneite Gipfel, die direkt aus dem Fjord aufragen. Hoch, massiv, beeindruckend.
Die Fahrt entlang des Fjords Richtung Lyngseidet gehört zu den schönsten Abschnitten des gesamten Roadtrips. Hohe Berge links und rechts, rote Holzhütten entlang der Küste, dazwischen immer wieder das offene Wasser. Mehrmals kreisen Seeadler über der Straße. Alles liegt in diesem warmen, goldenen Licht der Blauen Stunde. Schwer zu beschreiben. Einer dieser Momente, in denen man einfach langsamer fährt und mit dem Staunen nicht fertig wird.
In Lyngseidet geht es direkt weiter auf die nächste Fähre.
Die letzten Kilometer vor Skjervøy werden mit jedem Meter schöner. Die Straße folgt dem Fjord, der Mond steht tief über dem Horizont. Dann sehe ich sie plötzlich: mehrere Rückenflossen, weit draußen auf dem Wasser, aber ganz klar zu erkennen. Orcas! Ein großer Pod. Ihr Atem und die Blasfontänen sind selbst vom Ufer aus deutlich zu hören.
Ich halte sofort an, parke das Auto, hole die Drohne aus dem Rucksack und fliege über den Fjord. Ich kann kaum glauben, was ich da auf meinem Display sehe!
Skjervøy empfängt mich als glitzerndes Lichtermeer. Eine kleine Hafenstadt, gebaut rund um einen natürlichen Hafen. In Cafés und Bars treffe ich Naturfotografen aus aller Welt. Und überall geht es um ein einziges Thema: Orcas.
Die Stadt ist klein, und so auch die Auswahl an Unterkünften. Ich checke im Hotel Maritim ein, setze mich noch an die Bar und tausche mich mit anderen Reisenden aus. Alle gespannt auf den nächsten Tag. Auf die Orca-Tour.
Das Hotell Maritim liegt direkt am Hafen von Skjervøy und ist der perfekte Ausgangspunkt für Orca-Touren, Wanderungen oder einfach den Blick aufs Meer. Die Zimmer sind modern, hell und komfortabel. Im Restaurant gibt es frische, nordische Gerichte, dazu Bar und Lounge für einen Drink oder den Austausch mit anderen Reisenden. Top Lage, entspannte Atmosphäre – genau richtig für alle, die Skjervøy erleben wollen.
Am nächsten Morgen geht es hinaus aufs Wasser – mit Reisafjord Xperience. Ich habe das Wort unvergesslich schon öfter benutzt, aber auch hier fällt mir kein besseres ein. So nah an diesen majestätischen Tieren zu sein, ist tief bewegend.
Die Umgebung ist rau. Wind und Kälte kriechen einem in die Knochen, die Finger am Auslöser der Kamera fast festgefroren. Fotografieren ist harte Arbeit. Aber jeder Moment lohnt sich. Orcas, frei und ruhig gleitend in dieser unwirklichen, menschenfeindlichen Landschaft zu beobachten – besser hätte mein Roadtrip nicht enden können.
Tagesziel: Tromsø | Distanz: 158 km
Nach zwei Wochen Nordnorwegen fahre ich wieder nach Tromsø, meinem Ausgangspunkt. Ein bisschen Wehmut, dass die Reise zu Ende geht, mischt sich mit dieser tiefen Zufriedenheit. Zwei Wochen voller unglaublicher Momente liegen hinter mir: raue Küsten, Fjorde, wechselndes Licht, Stille, die manchmal mehr gesagt hat als Worte. So viele neue Eindrücke, Begegnungen und Augenblicke, die bleiben werden.
Danke Nordnorwegen. Ich komme wieder.
Im winterlichen Norden Norwegens erlebte ich die Schönheit der Natur abseits der Touristenmassen. Diese Reise hat mir nicht nur atemberaubende Landschaften, sondern auch die Chance gegeben, mich selbst besser kennenzulernen.
Für einen umfassenden Roadtrip durch Norwegen empfehle ich mindestens zwei Wochen. In dieser Zeit kannst du die wichtigsten Highlights erleben, ohne dass die Reise zu stressig wird.
Auch für eine Rundreise durch Norwegen sind zwei Wochen ideal. Das gibt dir genügend Zeit, sowohl die Fjorde als auch die Städte und die arktischen Regionen im Norden zu erkunden.
Die beste Reisezeit für Norwegen hängt davon ab, was du erleben möchtest. Für Nordlichter und Winterlandschaften sind die Monate von November bis März ideal. Für Wanderungen und die Mitternachtssonne eignen sich die Sommermonate von Juni bis August.
Aufgrund der kurvenreichen Straßen und der oft schwierigen Wetterbedingungen solltest du für 100 km in Norwegen etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen.
Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen, sind 10 bis 14 Tage ideal. So kannst du die atemberaubenden Landschaften in Ruhe genießen und hast auch Zeit für spontane Abstecher.
Die beste Reisezeit für Nordnorwegen hängt vom Reiseziel ab:
Juni–August: Mitternachtssonne, lange Tage, ideal für Outdoor & Roadtrips
September–März: beste Chancen auf Nordlichter
Mai & September: ruhiger, weniger Touristen, schönes Licht
In Norwegen gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Fähre zu bezahlen. Die gängigste Methode ist die Zahlung direkt an Bord, entweder mit Karte oder Bargeld. Viele Fähren akzeptieren Kreditkarten, was für Touristen besonders praktisch ist. Es gibt auch die Möglichkeit, vorab online Tickets zu kaufen, insbesondere bei größeren Fährverbindungen. Einige Fähren haben automatische Schranken, bei denen die Bezahlung über das Autokennzeichen erfolgt und die Rechnung später per Post zugestellt wird.
FerryPay ist ein automatisches Bezahlsystem für Fähren in Norwegen. Es funktioniert über die Registrierung deines Autokennzeichens auf der FerryPay-Website. Sobald du auf eine Fähre fährst, wird dein Kennzeichen gescannt, und die Bezahlung erfolgt automatisch über die hinterlegte Kreditkarte. So musst du dich nicht um die Bezahlung an Bord kümmern und erhältst auch keine separate Rechnung per Post. FerryPay ist besonders praktisch für Touristen, da es den Bezahlvorgang vereinfacht und keine Registrierung bei jeder Überfahrt notwendig ist.
Die Kosten für Fjordfähren in Norwegen variieren je nach Strecke, Fahrzeuggröße und Anzahl der Passagiere. Für ein Auto unter 6 Metern Länge liegen die Preise in der Regel zwischen 100 und 200 NOK pro Überfahrt, abhängig von der Länge der Strecke. Für längere Strecken oder größere Fahrzeuge können die Kosten höher ausfallen. Es gibt auch Rabatte für Elektrofahrzeuge und bei der Nutzung von Systemen wie AutoPASS oder FerryPay. Vor Reiseantritt ist es ratsam, sich über die spezifischen Kosten der gewünschten Strecke zu informieren, entweder online oder direkt bei der Fährgesellschaft.
Ja, Norwegen ist gut auf Autofahrer vorbereitet. Die Straßen sind in der Regel gut ausgebaut und ausgeschildert, allerdings solltest du besonders im Winter vorsichtig sein, da die Bedingungen herausfordernd sein können.
Versuche, die Natur zu respektieren und keinen Müll zu hinterlassen. Außerdem solltest du vermeiden, zu schnell zu fahren, da die Geschwindigkeitsbegrenzungen streng überwacht werden und die Straßenverhältnisse oft anspruchsvoll sind.

Tromsø Norwegen — auf eigene Faust entdecken. Touren, Reisezeit, Anreise und Parken. Was sich wirklich lohnt — und was du dir sparen kannst.

Reinefjord, Trollfjord, Lyngenfjord und Kvænangen: vier Fjorde in Nordnorwegen mit Orcas, Nordlicht und Gletschern — und wie du hinkommst.

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Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.
Meine Empfehlungen stammen aus eigener Erfahrung: Unterkünfte, die den Norden spürbar machen, stilvoll eingerichtet, ruhig gelegen und voller einzigartiger Atmosphäre.