Zuletzt aktualisiert: 08.08.2026 | Lesezeit: ca. 10 min.

Reine Lofoten: Anreise, Unterkünfte und das Dorf hinter dem Postkartenmotiv

Ein Beitrag von Bjoern Templ

Das Wesentliche in Kürze

Lohnt sich Reine für mehr als ein Foto?

Ja — aber nicht wegen des Dorfes selbst, das du in einer halben Stunde durch hast. Der Grund zu bleiben liegt auf dem Wasser: Vom Hafen fährt ein öffentliches Schnellboot in den Reinefjord, wo keine Straße mehr hinführt. Dazu der Reinebringen über die Sherpa-Treppe, drei Lokale im Ortskern und Rorbuer direkt am Fjord. Hier findest du Anreise, Parken, Unterkünfte, Essen und die beste Reisezeit.

297 Einwohner auf 0,28 km²
5km vom Fähranleger Moskenes
448m Gipfelhöhe Reinebringen
1743 Handelsplatz seit
Anreise:über die E10 im Roadtrip, per Autofähre Bodø–Moskenes in drei bis vier Stunden oder mit Umstieg über Leknes und Svolvær
Boot in den Reinefjord:öffentliches Schnellboot ab Reine nach Rostad, Kirkefjord und Vindstad, im Sommer zwei- bis viermal täglich — vorher buchen
Essen:Tapperiet am Dorfplatz mit den längsten Öffnungszeiten, Gammelbua im alten Handelshaus, Bringen Kaffebar für zwischendurch
Übernachten:fast immer Rorbu am Wasser; wenn in Reine nichts frei ist, lohnt die Suche auf Hamnøy und Sakrisøy ein paar Brücken weiter
Beste Zeit:Mitternachtssonne Ende Mai bis Mitte Juli, Nordlichter September bis März — der Kompromiss liegt Ende August

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Inhalt

    Anreise

    auf der E10 kurz vor Reine

    Reine in Norwegen: Wo das Dorf liegt und wie du hinkommst

    Karte der Lofoten mit der Anreise nach Reine: E10, Fährverbindung ab Moskenes und die Flughäfen Leknes und Svolvær

    Aktivitäten in Reine

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    Reinebringen

    Rechts unten das Fischerdorf Reine, dahinter Sakrisøy und Hamnøy

    Unterkünfte in Reine

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    Reinefjorden Sjøhus – Hamnøy

    Für mich verkörpert das Reinefjorden Sjøhus das perfekte Lofoten-Feeling. Die Rorbuer liegen direkt am Wasser mit Blick auf Fjord und Berge – morgens aufzuwachen, die Stille zu spüren und dieses besondere Licht zu sehen, ist einfach magisch.


    Außerdem gibt es eine Sauna und einen Whirlpool (letzterer gegen kleinen Aufpreis).

    Rorbuer des Reinefjorden Sjøhus direkt am Fjord bei Reine

    LOFOTEN

    LOFOTEN

    Little White House – Reine

    Die gemütliche Hütte liegt direkt am Wasser, mit Blick auf die Fischerhütten von Sakrisøy und die schroffen Gipfel der Lofoten. Wenn es eine Unterkunft mit einem absolut unfassbaren Ausblick gibt, dann ist es diese – man fühlt sich direkt mitten im Herz der Inseln, umgeben von dramatischer Natur und der typischen Lofoten-Atmosphäre.

    Essen und Trinken in Reine

    Drei Adressen, alle im Ortskern, alle fußläufig. Für ein Dorf dieser Größe ist das viel.


    Tapperiet
    ist der Allrounder. Es sitzt direkt am Dorfplatz und hat die längsten Öffnungszeiten in diesem Teil der Lofoten — meist ab zwölf Uhr mittags bis in den Abend, im Sommer mit Außenplätzen am Platz. Die Karte ist breit, von Fish and Chips bis Bacalao. Und samstags ist es die Adresse, an der die Einheimischen ausgehen, was in einem Ort mit dreihundert Einwohnern durchaus etwas heißt.


    Gammelbua
    liegt schräg gegenüber und gehört zu den Reine Rorbuer. Das rote Holzhaus stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und war früher der Gemischtwarenladen des Dorfes; im Gastraum brennt ein Kamin, im Sommer öffnet die Terrasse mit Blick auf die Berge. Auf dem Teller Klassiker aus dem Fjord — Stockfisch, Kabeljau, Garnelen.


    Bringen Kaffebar
    ist die kleine Lösung: Waffeln, Kaffee, Sandwiches, Blick auf den Fjord — die naheliegende Belohnung nach dem Reinebringen.


    Ansonsten gibt es in Reine einen Supermarkt, eine Tankstelle und einen Outdoorladen. Für Selbstversorger reicht das, für große Einkäufe fährst du nach Leknes.

    Beste Reisezeit für Reine

    Es gibt zwei völlig verschiedene Reisen nach Reine, und du solltest dich vorher entscheiden.

    Sommer heißt Mitternachtssonne. Zwischen Ende Mai und Mitte Juli geht die Sonne nicht unter, das Boot in den Reinefjord fährt häufig, und für den Reinebringen kannst du dir die Tageszeit aussuchen — auch um Mitternacht ist es hell. Es ist gleichzeitig die Zeit, in der alle anderen da sind: Parkplätze, Fähre und Unterkünfte werden knapp, und auf der Treppe zum Reinebringen bist du nicht allein.

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    Winter heißt Nordlichter und ein leeres Dorf. Ab Ende August wird es nachts wieder dunkel genug, richtig gute Chancen hast du von September bis März. Dafür sind die Tage kurz, das Boot fährt seltener, und das Wetter bestimmt den Tagesplan. Der Reinebringen ist im Winter eine andere Tour als im Sommer — Schnee und Eis auf den Stufen wollen die passende Ausrüstung.

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    Wenn du beides willst: Ende August bis Mitte September. Die Wege sind noch frei, die Nächte wieder dunkel, und der große Andrang ist durch.

    Fazit

    Zwanzig Minuten oder zwei Tage

    Reine belohnt, wer bleibt.

    Die meisten sehen Reine von der Straße aus, machen ihr Bild und fahren weiter nach Å. Verständlich — das Dorf ist klein, und das Motiv liegt fast am Parkplatz. Nur passiert das Interessante hier nicht am Straßenrand. Es passiert auf dem Boot in den Reinefjord, wo die Straße aufhört und die Berge größer werden. Es passiert im Hafen, in dem immer noch gearbeitet wird. Und es passiert abends am Dorfplatz, wenn die Tagesgäste weg sind. Reine ist keine Sehenswürdigkeit, die man abhakt. Es ist ein Ort, der klein bleibt, egal wie oft er fotografiert wird.

    — Bjoern Templ, geschrieben in Wengen

    Häufige Fragen zu Reine

    Reine liegt in Nordnorwegen auf Moskenesøy, der südlichsten großen Insel der Lofoten, und ist Verwaltungssitz der Kommune Moskenes. Vom Fähranleger Moskenes sind es knapp fünf Kilometer, von Svolvær rund 125. Die E10 führt direkt durch den Ort und endet wenige Kilometer weiter südlich in Å.

    Rund 300. Genauer: 297 Einwohner auf einer Fläche von 0,28 Quadratkilometern. Im Netz kursieren immer wieder Zahlen um 2.000 — die beziehen sich auf die gesamte Kommune Moskenes, nicht auf das Dorf.

    Die meisten kommen mit dem Auto: Die E10 führt als einzige durchgehende Straße über die gesamte Inselkette und mitten durch Reine. Wer von Norden anreist, fährt sie von Svolvær aus in rund zwei Stunden herunter, von Leknes in gut einer. Ein Mietwagen ist auf den Lofoten praktisch Pflicht. Wer vom Festland kommt, nimmt die Autofähre von Bodø nach Moskenes — drei bis vier Stunden Überfahrt, danach noch wenige Minuten bis Reine. Fliegen geht über Leknes oder Svolvær, beide ohne Direktverbindung ab Oslo, mit Umstieg in Bodø oder Tromsø.

    Das Dorf selbst hast du in einer halben Stunde zu Fuß erkundet. Wer den Reinebringen mitnimmt und einmal mit dem Boot in den Reinefjord fährt, braucht zwei Tage. Reine als Basis für die südlichen Lofoten funktioniert gut für drei bis vier Nächte — von hier erreichst du Å, die Strände und mehrere Wanderungen in kurzer Fahrzeit.

    Der Ruf ist älter als Instagram. Reine besteht seit 1743 als Handelsplatz und war lange vom Kabeljaufang abhängig. Als die Nachfrage nach Stockfisch einbrach, drohte dem Ort die Bedeutungslosigkeit — bis ihn die norwegische Zeitschrift Allers in den 1970er-Jahren zum schönsten Dorf Norwegens erklärte. Danach begann der Weg auf Titelseiten, Poster und Kalender.

    Das Naheliegendste ist der Aufstieg zum Reinebringen über die Sherpa-Treppe. Fast genauso lohnend und deutlich weniger bekannt: das öffentliche Schnellboot vom Hafen in den Reinefjord, mit Halt in Vindstad, von wo du zum Bunes-Strand läufst. Dazu Kajak, SUP und geführte Angeltouren — und ein Spaziergang durch den Hafen zwischen den Rorbuern.

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    Bjoern Templ, Gründer des Reiseblogs nordmood, in Winterjacke im Norden Norwegens

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