Zuletzt aktualisiert: 16.03.2026 | Lesezeit: ca. 16 min.

Nordnorwegen Roadtrip 2 Wochen: Die perfekte Reiseroute

Ein Beitrag von Bjoern Templ

Nordnorwegen Roadtrip

Das Wesentliche in Kürze

Wie sieht die ideale Route für einen 14-tägigen Roadtrip durch Nordnorwegen aus?

Das Abenteuer beginnt in Tromsø und führt dich zunächst Richtung Süden über Sommarøy, Senja und die Lofoten, bevor es hoch hinauf nach Skjervøy geht – dem nördlichsten Punkt dieses Roadtrips.. Dich erwarten spektakuläre Landschaften, tierische Begegnungen und echte Arktis-Erlebnisse – perfekt für zwei Wochen pures Nordnorwegen.

Hinweis: Enthält Empfehlungs-Links

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Inhalt

    Einleitung

    Es muss einen guten Grund geben, warum du auf diesem Artikel gelandet bist. Vermutlich hast du den Ruf des Nordens gehört, spürst die Sehnsucht nach Weite und willst dich auf ein echtes Abenteuer einlassen – hoch oben im Norden Norwegens.

     

    Eines vorweg: Dieser Roadtrip ist etwas ganz Besonderes. Nicht, weil du eine endlose Liste bekannter Sehenswürdigkeiten abhaken oder an Fotospots stehen wirst, die schon tausendfach auf Instagram zu sehen waren. Sondern weil Nordnorwegen jeden, der sich wirklich darauf einlässt, tief berührt. Was es genau ist, lässt sich schwer in Worte fassen – aber es lohnt sich, die Reise anzutreten und es selbst herauszufinden.

     

    Der Roadtrip lässt sich grundsätzlich zu jeder Jahreszeit erleben und immer wieder neu entdecken. Meine Erzählung stammt jedoch aus dem Winter – Ende November, Anfang Dezember – einer Zeit, in der die Arktis eine Magie entfaltet, wie sie sonst nicht existiert.

     

    In diesem Artikel stelle ich dir eine konkrete Reiseroute vor. Du findest sie übersichtlich auf einer Karte, ergänzt durch Highlights, Unterkünfte, Touren, Distanzen und praktische Hinweise, damit du den Weg gut nachvollziehen und für dich selbst planen kannst.

    Für mich vereint diese Route die schönsten Orte Nordnorwegens zu einer abwechslungsreichen und stimmigen Abfolge von Erlebnissen und Momenten.

    In diesem Sinne: Auf in den hohen Norden Norwegens – nach Tromsø, unserem Ausgangspunkt für einen zweiwöchigen Roadtrip durch eine der beeindruckendsten Regionen Europas.

    Tag 1: Ankunft in Tromsø

    Das Abenteuer beginnt

    Tromsø – der erste Schritt ins Abenteuer. Der kalte Wind beißt leicht in die Wangen, als ich aus dem Flieger steige. Die Luft hier oben ist anders – klar, fast schneidend, aber so erfrischend, dass sie wach macht. Der erste Tag in Tromsø ist immer ruhig, aber das passt. Ankommen, durchatmen, die Arktis aufsaugen.

    Ich hole meinen Mietwagen und fahre in Richtung Stadtzentrum. Die Straßen sind ruhig, nur vereinzelt sieht man ein paar Fußgänger, eingepackt in dicke Jacken, die sich gegen den kalten Wind stemmen. Es fühlt sich fast so an, als hätte Tromsø seinen eigenen Rhythmus, entschleunigt und im Einklang mit der winterlichen Dunkelheit.

    Die bunten Häuser der Stadt, die unter einer Schicht frischen Schnees liegen, leuchten in der blauen Dämmerung.

    Das Tor zu Arktis

    was für ein Empfang

    Tag 2 & 3: Sommarøy & Senja

    Tagesziel: Bøvær, Senja | Distanz: 114 km

    Türkisfarbenes Wasser, Braunkäse und die ersten Nordlichter

    Heute geht es endlich richtig los. Nach der stillen Ankunft in Tromsø beginnt der Roadtrip in die unberührte Wildnis des Nordens. Ich starte früh, der Schnee knirscht unter den Reifen, und während Tromsø langsam im Rückspiegel kleiner wird, öffnet sich vor mir eine spektakuläre Winterlandschaft. Der Himmel leuchtet in einem zarten Blau, die Berge links und rechts sind wie in Watte gehüllt, und die Fjorde funkeln in der Morgensonne.

    Das erste Ziel: Sommarøy. Ein kleines, abgelegenes Fischerdorf, das im Sommer vor allem für seine weißen Strände und das türkisfarbene Wasser bekannt ist. Aber heute zeigt sich die raue Seite des Nordens. Kaum bin ich angekommen, bläst mir der Wind ins Gesicht, und dunkle Wolken jagen über den Himmel. Der Sturm peitscht das Meer auf, doch genau diese raue Schönheit macht Sommarøy so einzigartig. Die schneeweißen Häuser und die Brücken, die die kleinen Inseln verbinden, stehen im starken Kontrast zu den dunklen Bergen im Hintergrund.

    Ich mache mich auf den Weg zum Nordkollen, einem kleinen Berg, der für seine Aussicht bekannt ist. Schon nach den ersten Metern nimmt der Sturm zu. Der Wind treibt Schnee über den Pfad, jeder Schritt wird mühsamer, und die Sicht ist eingeschränkt.

    Je höher ich komme, desto eindrucksvoller wird die Landschaft. Das tiefblaue Meer breitet sich vor mir aus, die umliegenden Inseln ragen aus der winterlichen Weite. Trotz des Sturms spürt man die Kraft und Klarheit der Natur – rau, ungestüm, faszinierend zugleich.

    Warten auf die Fähre in Brensholmen. Im Hintergrund ist die Brücke nach Sommarøy zu sehen. Und ein paar Rentiere verkürzen mir die Wartezeit.

    MEIN TIPP

    In der Dunkelheit des norwegischen Winters

     findet man immer wieder Licht – ein leuchtender Moment, der Wärme und Nostalgie in die Kälte bringt.

    In der Dunkelheit des norwegischen Winters findet man immer wieder Licht – ein leuchtender Moment, der Wärme und Nostalgie in die Kälte bringt.

    Gegen 3 Uhr nachmittags gehe ich an Bord, und die Dunkelheit setzt langsam ein. Die Dämmerung taucht die Überfahrt in eine besondere Stimmung, während in der Ferne einige Lichter der Küste aufblitzen. Im Restaurant-Bereich gönne ich mir einen Crêpe mit Braunkäse und dazu einen starken Kaffee – ein echtes norwegisches Erlebnis.

    Nach der Überfahrt fahre ich weiter durch die Dunkelheit, vorbei an der berühmten Felsformation Segla, die ich diesmal nicht sehen kann. Die Straße schlängelt sich entlang des Meeres, bis ich schließlich in Bøvær ankomme, wo ich eine gemütliche Unterkunft gebucht habe.

    Airbnb in Bøvær

    Ich finde eine kleine, aber unglaublich gemütliche Holzhütte vor, die direkt am stürmischen Nordatlantik liegt. Die Hütte steht auf einem Steg, der dahinter eine geschützte Bucht bildet. Vom Schlafzimmer im oberen Stockwerk öffnet sich durch eine große Fensterfront ein beeindruckender Blick auf das weite, dunkle Meer, das sich bis zum Horizont erstreckt. Draußen fällt leise der Schnee, und die Szenerie könnte idyllischer kaum sein. 

    mein lieblings-airbnb auf meinem norwegen roadtrip

    Bereits am ersten Abend kreisen meine Gedanken nur um die Nordlichter, die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie mit eigenen Augen gesehen habe. Die Vorhersagen sind vielversprechend, und die Vorfreude lässt mich kaum los. Während ich draußen sitze und dem ständigen Rauschen des Meeres lausche, beginnt der Himmel über mir plötzlich zum Leben zu erwachen. Zuerst nur ein schwaches Flackern, doch schon bald tanzen türkisgrüne Lichter in faszinierenden Mustern über den Horizont. Sofort greife ich zur Kamera, um diesen magischen Moment festzuhalten. Dieser Augenblick in der stillen Dunkelheit der Arktis wird für immer in meiner Erinnerung bleiben, ein unvergleichliches Erlebnis.

    Bereits am ersten Abend Nordlichter zu sehen, hätte ich nicht erwartet – ein perfekter Start, der die Spannung für die kommenden Tage noch mehr steigen lässt.

    Nordlichter über Senja in Nordnorwegen, mit leichter Bewölkung und sichtbaren Sternen

    Tag 4: Von Senja nach Bjerkvik

    Tagesziel: Bjerkvik, Narvik | Distanz: 189km

    Bergsbotn

    Sofort versteht man, warum Senja auch „Norwegen in Miniatur“ genannt wird

    Lofoten

    Lofoten

    Tag 5 & 6: Auf der legendären E10 nach Svolvær

    Tagesziel: Svolvær, Vågan | Distanz: 203 km

    Elch-Warnschild an verschneiter Straße auf den Lofoten im Winter
    Elchfamilie auf den Lofoten im Winter
    Verschneite Straße auf den Lofoten im November, winterliche Fahrbahn

    Svolvær | Lofoten

    Tag 7: Lofoten Must-See - Nusfjord

    Tagesziel: Nusfjord, Flakstad | Distanz: 93 km

    Nusfjord | der Hafen

    wie aus einem Märchen

    Pause auf dem langen Norwegen Roadtrip im Landhandel & Kafe in Nusfjord

    Bevor ich mich aufmache, um einen geeigneten Zeltplatz in der Gegend zu finden, besuche ich noch das „Landhandleriet Café“ in Nusfjord. Als ich das schon von außen bezaubernd aussehende Holzhaus betrete, umhüllt mich sofort eine angenehme Wärme. Draußen hatte der Frost meine Finger klamm werden lassen, doch hier drinnen, direkt am knisternden Kamin, taut alles wieder auf. Der Duft von frisch gebackenen Zimtschnecken und starkem Filterkaffee erfüllt den Raum – genau das Richtige nach dem Erkunden des kleinen Fischerdorfs. Das Café strahlt eine Gemütlichkeit aus, wie ich sie selten erlebt habe. 

    Ich lasse meinen Blick durch das Café schweifen und denke an die Geschichten, die dieser Ort erzählt. Früher war das Landhandel nicht nur ein Geschäft, sondern das Herzstück des Dorfes – hier kamen Fischer nach langen, harten Tagen auf See zusammen, um sich mit dem Nötigsten einzudecken und Neuigkeiten auszutauschen. 

    Wie es wohl sein muss, in dieser abgeschiedenen Stille zu leben

    Bevor ich Nusfjord verlasse, mache ich noch einen kurzen Abstecher auf die schnebedeckten Felsen nahe am Ufer und genieße die Aussicht auf das in warmen Farben glitzernde Nordmeer. Für einen Moment versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl sein muss, an einem solch abgelegenen Ort zu leben. Völlig abgeschnitten vom Trubel dieser Welt, allein mit der Natur und dem Wechsel der Jahreszeiten. Die Stille hier hat etwas Beruhigendes, aber auch Ehrfurcht gebietendes. Das Leben hier muss einfach sein, aber es hat mit Sicherheit eine Tiefe, die man in der Hektik der modernen Welt nicht finden wird. Ich atme die klare, salzige Luft ein, bevor ich mich schweren Herzens auf den Weg zu meinem Auto mache. Nusfjord war ein Erlebnis der ganz besonderen Art und ich wünsche euch, dass ihr es in einer ähnlich faszinierenden Stimmung erleben könnt.

    Hamnøy

    Wahrscheinlich eines der am meisten fotografierten Häuser Norwegens

    Tag 8: Eine winterliche Wanderung auf den Reinebringen

    Tagesziel: Uttakleiv, Vestvågøy | Distanz: 118 km

    Norwegen Nordlichter beste Zeit - definitiv in den Wintermonaten, wenn die Nächte am längsten sind

    Tag 9 und 10: Henningsvær und Tromsø

    Tagesziel 1: Henningsvær | Distanz: 64 km; Tagesziel 2: Tromsø | Distanz: 445 km

    Nicht von dieser Welt

    Henningsvær

    Tag 11 - 13: Orcas in Skjervøy

    Tagesziel: Skjervøy | Distanz: 158 km

    TOP-BEWERTUNG

    Whale-Watching-Abenteuer auf einem RIB Boot

    mit REISAFJORD XPERIENCE

    Tag 14: Zurück nach Tromsø

    Tagesziel: Tromsø | Distanz: 158 km

    Ein Roadtrip, der mehr ist als nur eine Reise

    Im winterlichen Norden Norwegens erlebte ich die Schönheit der Natur abseits der Touristenmassen. Diese Reise hat mir nicht nur atemberaubende Landschaften, sondern auch die Chance gegeben, mich selbst besser kennenzulernen.

    FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema "Nordnorwegen Roadtrip"

    Wie viel Zeit für Norwegen Roadtrip?

    Für einen umfassenden Roadtrip durch Norwegen empfehle ich mindestens zwei Wochen. In dieser Zeit kannst du die wichtigsten Highlights erleben, ohne dass die Reise zu stressig wird.

    Auch für eine Rundreise durch Norwegen sind zwei Wochen ideal. Das gibt dir genügend Zeit, sowohl die Fjorde als auch die Städte und die arktischen Regionen im Norden zu erkunden.

    Die beste Reisezeit für Norwegen hängt davon ab, was du erleben möchtest. Für Nordlichter und Winterlandschaften sind die Monate von November bis März ideal. Für Wanderungen und die Mitternachtssonne eignen sich die Sommermonate von Juni bis August.

    Aufgrund der kurvenreichen Straßen und der oft schwierigen Wetterbedingungen solltest du für 100 km in Norwegen etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

    Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen, sind 10 bis 14 Tage ideal. So kannst du die atemberaubenden Landschaften in Ruhe genießen und hast auch Zeit für spontane Abstecher.

    Die beste Reisezeit für Nordnorwegen hängt vom Reiseziel ab:

    • Juni–August: Mitternachtssonne, lange Tage, ideal für Outdoor & Roadtrips

    • September–März: beste Chancen auf Nordlichter

    • Mai & September: ruhiger, weniger Touristen, schönes Licht

    In Norwegen gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Fähre zu bezahlen. Die gängigste Methode ist die Zahlung direkt an Bord, entweder mit Karte oder Bargeld. Viele Fähren akzeptieren Kreditkarten, was für Touristen besonders praktisch ist. Es gibt auch die Möglichkeit, vorab online Tickets zu kaufen, insbesondere bei größeren Fährverbindungen. Einige Fähren haben automatische Schranken, bei denen die Bezahlung über das Autokennzeichen erfolgt und die Rechnung später per Post zugestellt wird.

    FerryPay ist ein automatisches Bezahlsystem für Fähren in Norwegen. Es funktioniert über die Registrierung deines Autokennzeichens auf der FerryPay-Website. Sobald du auf eine Fähre fährst, wird dein Kennzeichen gescannt, und die Bezahlung erfolgt automatisch über die hinterlegte Kreditkarte. So musst du dich nicht um die Bezahlung an Bord kümmern und erhältst auch keine separate Rechnung per Post. FerryPay ist besonders praktisch für Touristen, da es den Bezahlvorgang vereinfacht und keine Registrierung bei jeder Überfahrt notwendig ist.

    Die Kosten für Fjordfähren in Norwegen variieren je nach Strecke, Fahrzeuggröße und Anzahl der Passagiere. Für ein Auto unter 6 Metern Länge liegen die Preise in der Regel zwischen 100 und 200 NOK pro Überfahrt, abhängig von der Länge der Strecke. Für längere Strecken oder größere Fahrzeuge können die Kosten höher ausfallen. Es gibt auch Rabatte für Elektrofahrzeuge und bei der Nutzung von Systemen wie AutoPASS oder FerryPay. Vor Reiseantritt ist es ratsam, sich über die spezifischen Kosten der gewünschten Strecke zu informieren, entweder online oder direkt bei der Fährgesellschaft.

    Ja, Norwegen ist gut auf Autofahrer vorbereitet. Die Straßen sind in der Regel gut ausgebaut und ausgeschildert, allerdings solltest du besonders im Winter vorsichtig sein, da die Bedingungen herausfordernd sein können.

    Versuche, die Natur zu respektieren und keinen Müll zu hinterlassen. Außerdem solltest du vermeiden, zu schnell zu fahren, da die Geschwindigkeitsbegrenzungen streng überwacht werden und die Straßenverhältnisse oft anspruchsvoll sind.

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    Hello!

    Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.

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