Reinebringen 448 m
- Strecke
- ca. 2 km hin & zurück
- Höhenmeter
- 448 hm
- Stufen
- 1.978 Sherpa-Steinstufen
- Dauer
- 1,5–2 Std. hin & zurück
- Charakter
- steil, aber technisch einfach
Bei Sonne eine leichte Wanderung – bei Regen oder Schnee anspruchsvoll.
Zuletzt aktualisiert: 03.07.2026 | Lesezeit: ca. 15 min.
Ein Beitrag von Bjoern Templ
Ja. Der Reinebringen ist die berühmteste Wanderung der Lofoten, und der Blick über Reine, den Fjord und die umliegenden Gipfel gehört zu den schönsten Norwegens. 1.978 von nepalesischen Sherpas gelegte Steinstufen führen in rund 1,5 bis 2 Stunden (hin und zurück) hinauf. Der Aufstieg ist kurz, aber steil – bei trockenem Wetter gut machbar, bei Regen oder Schnee anspruchsvoll. Die beste Zeit ist von Mai bis September.
Hinweis: Enthält Empfehlungs-Links
Der Reinebringen auf den Lofoten ist einer dieser Orte, der auf jeder Bucket-List für Norwegen stehen sollte. Ich habe ihn im Winter bestiegen, ganz allein, die Stufen unter einer dünnen Eisschicht verborgen, und erst oben am Gipfel traf ich die ersten beiden Menschen. Was mich dort erwartete, wusste ich nicht – und genau das machte den Moment zu einem der überwältigendsten meines Lebens.
Mit seiner spektakulären Aussicht auf das charmante Fischerdorf Reine und die dramatischen Fjorde bietet der Reinebringen eine der bekanntesten und beeindruckendsten Wanderungen in Norwegen. Doch der Weg nach oben ist nicht zu unterschätzen – er fordert dich heraus, belohnt dich jedoch mit einem Panorama, das dich die Anstrengung schnell vergessen lässt.
Die letzten Kilometer auf der E10 Richtung Reine fühlen sich fast surreal an: schmale Brücken hüpfen von Insel zu Insel, ringsum wachsen scharfe, zerklüftete Gipfel aus dem Meer. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis – und führt dich geradewegs nach Moskenesøy, die westlichste der großen Lofoten-Inseln, und in eines der schönsten Dörfer der Region.
Reine ist jedoch winzig, mit einer einzigen schmalen Zufahrtsstraße. Im Dorf darfst du nur am offiziell ausgewiesenen Platz Ytre Havn (etwa 40 NOK/Stunde (rund 3,50 €)) parken – der frühere Ausweichparkplatz Reinehalsen ist mittlerweile geschlossen. Am Straßenrand, in Ausweichbuchten oder in privaten Einfahrten zu parken ist strikt untersagt und wird kontrolliert, nicht zuletzt, damit Rettungsfahrzeuge der Bewohner freie Bahn haben.
Von Ytre Havn aus sind es noch 1,8 km bzw. 15–25 Minuten zu Fuß bis zum Trailhead – der Weg führt an der E10 entlang, am Ramsvik-Tunnel vorbei, bis zum ausgeschilderten Einstieg mit Infotafel.
Ohne Auto erreichst du Reine per Bus von Svolvær, Leknes oder Moskenes, oder per Fähre von Bodø nach Moskenes mit anschließender kurzer Weiterfahrt.
Wer nichts fürs Parken zahlen möchte, fährt zum Djupfjord-Parkplatz an der E10, direkt hinter der Djupfjord-Brücke – in Google Maps unter „Steffenakken“ zu finden. Mit rund 1,3 km ist er sogar der nächstgelegene zum Einstieg. Der Haken: Es gibt nur etwa 20 bis 30 Plätze, die sich früh füllen, und eine Begrenzung auf vier Stunden wird eingeführt. Wer sicher gehen will, kommt entsprechend zeitig.
Von Reine aus folgst du dem Fußweg an der E10 entlang, außen um den Ramsvik-Tunnel herum. Dahinter wartet er schon: der Einstieg, kaum zu verfehlen. Eine Steinbank, ein großes Schild, und in den Sommermonaten ohnehin ein steter Strom von Wanderern, der dir den Weg weist. Was hier beginnt, sind 1.978 Stufen, die sich fast bis zum Gipfel ziehen – Stein für Stein gelegt von nepalesischen Sherpas, zwischen 2016 und 2021, nachdem der alte Trampelpfad unter dem Ansturm zerfallen und bei Regen zur Gefahr geworden war.
Die ersten Minuten sind noch gnädig, Stufen wechseln sich mit flacheren Passagen ab. Dann biegt der Weg nach rechts, und von da an gibt es nur noch eines: steigen. Stufe um Stufe, mal flach, mal kniehoch, in einem Rhythmus, den deine Beine erst finden müssen. Weiter oben, kurz vor dem Grat, wird es steiler und offener, der Boden neben den Steinen locker und rutschig. Also bleib auf den Stufen – dafür wurden sie gebaut.
Die Aussicht ist nicht von dieser Welt
Ich steige im Winter hinauf. Allein, die Steine unter einer Eisschicht, jeder Tritt bedacht. Man steigt und steigt, den Blick nach unten gerichtet, und ahnt nichts von dem, was oben wartet. Und dann, von einem Schritt auf den anderen, ist der Berg zu Ende und die Welt öffnet sich. Die Lofoten liegen vor mir, jede Insel, jeder Fjord, jeder Gipfel, das ganze zerklüftete Land in ein goldenes Winterlicht getaucht, wie ich es nie zuvor gesehen habe. Man steht dort oben und wird ganz still.
Hier kannst du dir meine Wanderung inkl. GPS Track auf Strava ansehen.
Bei Sonne eine leichte Wanderung – bei Regen oder Schnee anspruchsvoll.
Bei Nebel bleibt die Aussicht verwehrt – Wetter vorab prüfen.
Fast alle drehen am Hauptaussichtspunkt um – dabei geht der Grat noch weiter. Wer dem schmalen Pfad nach links folgt, sieht nach ein paar Minuten den Bergsee Reinevatnet tief unter sich liegen, den man vom üblichen Fotopunkt aus gar nicht erahnt. Ein Stück weiter erreicht man einen etwas höheren Punkt mit noch freierem Blick über die Inseln.
Eins solltest du aber wissen: Dieser Weiterweg ist nicht mehr Teil der offiziellen Route. Es gibt keine Stufen, keine Markierung, und der Grat ist schmal und ausgesetzt. Bei Nässe oder Wind hat man hier nichts verloren. Wer nicht sicher und schwindelfrei unterwegs ist, bleibt besser am Hauptpunkt – die Aussicht dort ist ohnehin die, für die alle kommen.
Ich mache ein Foto nach dem anderen. Und während ich das tue, schieben sich hinter den Gipfeln dunkle Wolken hervor und kommen näher, schneller, als ich es für möglich gehalten hätte. Ich packe ein und steige ab, so zügig es die vereisten Stufen erlauben – und jetzt zahlen sich meine Steigeisen aus, die bei jedem Tritt sicher im Eis greifen, wo die blanken Sohlen längst weggerutscht wären. Erst am Ende des Abstiegs holt mich der Sturm ein: Schnee, waagerecht, keine Sicht mehr, nur noch Weiß in alle Richtungen. So schnell kippt hier das Wetter, und so schnell wird aus einer einfachen Wanderung eine ernste.
Herausfordernde Bedingungen im Winter
So sehr die Aussicht lockt – der Reinebringen hat eine ernste Seite. Nicht, weil er ein anspruchsvoller Berg wäre – für erfahrene Wanderer ist er das nicht. Gefährlich wurde er vor allem für die, die unvorbereitet kamen: in Turnschuhen, bei Regen, auf einem Pfad, der vor dem Bau der Treppen kaum mehr war als loser Fels und Schlamm. Lange galt er deshalb als eines der riskantesten Ziele der Lofoten.
Aber auch die Treppen machen den Berg nicht harmlos. Im Dezember 2021 stürzte eine junge Norwegerin tödlich ab, ein halbes Jahr später ein amerikanischer Tourist Mitte zwanzig – bei ihm hüllte Nebel den Grat ein, durch den der Fels gefährlich rutschig wurde. Das eigentliche Risiko am Reinebringen ist nämlich nicht die Höhe, sondern das Wetter. Es kann hier innerhalb kürzester Zeit von klarer Sicht zu dichtem Nebel wechseln, und wer dann oben am Grat steht, muss den steilen Abstieg auf nassem Stein antreten, ohne viel zu sehen.
Die zweite Gefahr bringen die Wanderer selbst mit – die Jagd nach dem perfekten Foto. Der Reinebringen ist einer der meistfotografierten Orte Norwegens, und für das eine Bild gehen manche zu weit: hinaus auf glitschigen Fels, zu nah an die Kante. Nötig ist das nicht. Der Blick über Reine ist auch von sicherem Stand aus einer, den man so schnell nicht vergisst.
Feste Schuhe, ein Blick auf die Wetterprognose (yr.no) und die richtige Ausrüstung entscheiden hier über den Unterschied zwischen dem vielleicht schönsten Erlebnis deiner Reise und einem echten Risiko.
Im Winter ist der Reinebringen ein anderer Berg. Die Menschenschlangen der Sommermonate sind weg – oft ist man ganz allein unterwegs, und diese beeindruckende Landschaft gehört für ein paar Stunden nur einem selbst. Dafür wird der Aufstieg deutlich anspruchsvoller: Schnee und Eis legen sich über die Sherpa-Treppen, die Tage sind kurz, und das Wetter kann schnell umschlagen.
Wer die richtige Erfahrung und Ausrüstung mitbringt, wird mit etwas belohnt, das im Sommer so nicht zu haben ist: Stille, klare Luft und ein Berg fast ohne Menschen. Aber der Reinebringen im Winter ist kein Selbstläufer – und für viele schlicht der falsche Berg zur falschen Zeit.
Grundsätzlich ja – aber nur mit Wintererfahrung und der richtigen Ausrüstung. Unter Schnee und Eis verschwinden die Sherpa-Treppen, und der Aufstieg wird zu einer echten Bergtour. Die Kommune Moskenes und lokale Bergführer raten im Winter ausdrücklich davon ab. Für unerfahrene Wanderer ist der Berg dann keine gute Idee.
Steigeisen bzw. Grödel und feste Winterwanderschuhe sind Pflicht, Wanderstöcke helfen beim vereisten Abstieg. Dazu warme, wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, weil es am Grat deutlich kälter und windiger ist als unten. Wichtig außerdem: eine geladene Powerbank fürs Handy, ausreichend Zeitpuffer wegen der kurzen Tage, und ein Blick auf die Wettervorhersage (z. B. yr.no), bevor man losgeht.
Ja, das Risiko ist im Winter deutlich höher. Vereiste Stufen, kurze Tage und schnelle Wetterwechsel sind die Hauptgefahren, dazu kommt am Grat teils Absturz- und Lawinengefahr. Jedes Jahr müssen Wanderer geborgen werden, die die Bedingungen unterschätzt haben. Bei guter Vorbereitung und passendem Wetter ist ein Aufstieg möglich – im Zweifel gilt aber: lieber umkehren oder den Sommer abwarten.
Besonders stimmungsvoll ist der Moment, wenn die Sonne tief steht und ihr letztes Licht den Reinebringen und die umliegenden Berge von vorne beleuchtet. Plane deine Wanderung so, dass du zur goldenen Stunde oben am Gipfel stehst – die Aussicht über die schneebedeckten Fjorde in den warmen Farben des Sonnenuntergangs ist unvergleichlich.
Im Sommer ist der Reinebringen einer der meistbesuchten Berge der Lofoten – aus gutem Grund. Die Bedingungen sind einfach, die Wege trocken und schneefrei, und die langen Tage nehmen dir jeden Zeitdruck. Für die meisten ist das die richtige Jahreszeit für diese Wanderung.
Der Aufstieg ist jetzt technisch unkompliziert: Die Sherpa-Stufen bieten festen Halt, kein Eis, kein tiefer Schnee. Dank der Mitternachtssonne, die von Ende Mai bis Mitte Juli nicht untergeht, kannst du sogar mitten in der Nacht loslaufen – das Licht bleibt.
Die Kehrseite der Beliebtheit: Menschen. Tagsüber und am frühen Abend ist es auf dem schmalen Weg und am Gipfel oft voll, und das Gefühl von Weite und Ruhe leidet darunter. Wer die Landschaft für sich haben will, startet früh am Morgen, wenn die meisten noch schlafen – oder spät, zur Mitternachtssonne, wenn das Licht am schönsten ist. Ganz allein wirst du aber auch dann nicht oben stehen.
Am schönsten wohnt man auf den Süd-Lofoten in einem Rorbu – den roten Fischerhütten, die auf Pfählen direkt über dem Wasser stehen. Früher waren sie einfache Quartiere für die Kabeljaufischer, heute sind viele davon liebevoll hergerichtet und lassen dich das Inselleben genau dort erleben, wo es spielt: zwischen Fjord, Fels und Meer. Wer in Reine oder einem der Nachbardörfer übernachtet, hat die schönsten Ecken der Süd-Lofoten direkt vor der Tür.
Direkt auf der Insel Hamnøy, in liebevoll renovierten alten Fischerhütten – schöner kann man auf den Lofoten kaum wohnen. Die rustikalen Rorbuer haben einen eigenen Wohnbereich, ein kleines Bad mit Dusche und eine Küchenzeile mit Kühlschrank und Herd, viele mit Blick auf den Hafen, den Vestfjord oder die umliegenden Berge. Im hauseigenen Restaurant Krambua gibt es entspannte Küche mit lokalem Fokus. Reine liegt nur 5 km entfernt, ein Supermarkt ist in 3 km erreichbar, Parkplätze sind inklusive.
Der Reinebringen ist die berühmteste Wanderung der Lofoten, und das zu Recht. Fast 2.000 Stufen liegen zwischen dir und dem Gipfel, doch oben wartet ein Blick über Reine und den Fjord, der die Anstrengung schnell vergessen lässt.
Für mich bleibt dieser Aufstieg einer der Momente, die ich nicht mehr vergesse – wie sich die Landschaft am Grat plötzlich öffnet. Wenn du gut vorbereitet bist und das Wetter im Blick behältst, wird der Reinebringen dir dasselbe schenken. Nimm dir oben die Zeit, nicht nur das Foto zu machen, sondern einen Moment einfach zu schauen. Dafür kommt man hierher.
Die Wanderung auf den Reinebringen dauert im Durchschnitt etwa 1,5 bis 2 Stunden für den Auf- und Abstieg, abhängig von der Fitness und den Pausen, die man einlegt.
Der Reinebringen kann bei schlechtem Wetter oder unzureichender Ausrüstung gefährlich sein. Besonders steile Passagen und rutschige Bedingungen, vor allem bei Regen oder im Winter, erhöhen das Risiko für Stürze. Achte immer auf die Wetterlage und sei gut vorbereitet.
Der Reinebringen ist 448 Meter hoch und bietet eine spektakuläre Aussicht über die Lofoten und das Fischerdorf Reine.
In der Praxis kann die Wanderung mit Hund etwas heikel werden. Die schmale Sherpa-Treppe ist im Sommer stark frequentiert, und bei Gegenverkehr auf den Stufen wird es für Hund und Halter schnell eng. Wenn dein Hund trittsicher und an solche Situationen gewöhnt ist, spricht wenig dagegen – an einem ruhigen, frühen Morgen ist es für alle entspannter.
Nein. Seit 2021 ist das Zelten am Reinebringen offiziell verboten – entsprechende Schilder stehen am Einstieg. Früher übernachteten manche oben am Grat, um Sonnenauf- oder -untergang mitzunehmen, doch bei dem heutigen Andrang ist das weder erlaubt noch anderen Wanderern gegenüber fair. Wer in der Region zelten möchte, findet rund um Reine ausgewiesene Campingplätze und legale Spots.

Wer Norwegen wirklich erleben will, reist am besten unabhängig. Ein Mietwagen gibt dir die Freiheit, abgelegene Fjorde zu entdecken, spontane Stopps einzulegen und fernab der Touristenpfade unterwegs zu sein. Keine Fahrpläne, keine Kompromisse – nur du, die Straße und die atemberaubende Landschaft.

Erlebe die magischen Polarlichter in Tromsø – von der besten Reisezeit über geführte Touren bis hin zu idealen Hotels für dein Nordlichter-Abenteuer. Hier erfährst du alles, was du für eine unvergessliche Reise in den hohen Norden wissen musst!

Henningsvær, das charmante Fischerdorf auf den Lofoten, bietet eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur und Abenteuer. Umgeben von dramatischen Berggipfeln und dem kristallklaren Wasser des Nordmeers, ist es ein echtes Juwel auf deiner Reise. Hier sind 10 Gründe, warum Henningsvær auf deiner Route nicht fehlen darf.
Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.
Meine Empfehlungen stammen aus eigener Erfahrung: Unterkünfte, die den Norden spürbar machen, stilvoll eingerichtet, ruhig gelegen und voller einzigartiger Atmosphäre.