Zuletzt aktualisiert: 05.08.2026 | Lesezeit: ca. 13 min.

Lofoten im Sommer: Temperaturen, Andrang und der beste Monat

Ein Beitrag von Bjoern Templ

Das Wesentliche in Kürze

Wie warm wird es im Sommer auf den Lofoten?

Im Juli und August liegt die Tageshöchsttemperatur im Schnitt bei 12 Grad, nachts bei 9. An sonnigen, windstillen Tagen werden daraus 15 bis 18 Grad. Entscheidender als die Zahl ist der Wind: Die Lofoten liegen offen im Meer, und dieselben zwölf Grad fühlen sich in einer geschützten Bucht wie ein Sommertag an, oben am Grat wie sieben. Der Juni ist mit sieben Sonnenstunden pro Tag der sonnigste und mit zehn Regentagen der trockenste Monat des Jahres.

12°C Tageshöchstwert im Juli und August
54Tage Mitternachtssonne ohne Sonnenuntergang
1Mio. Besucher pro Jahr bei 25.000 Einwohnern
Ende Aug beste Woche des Sommers
Temperatur:12 Grad tags und 9 nachts im Hochsommer, bei Sonne und wenig Wind auch 15 bis 18
Licht:Mitternachtssonne vom 25. Mai bis 17. Juli, bis Anfang August wird es nicht richtig dunkel
Regen:rund jeder dritte Tag, meist kurze Schauer statt Dauerregen
Andrang:Juli und August sind Hochsaison, Parken in Uttakleiv bis 300 Kronen pro 24 Stunden
Bester Monat:Juni für Sonne und Trockenheit, letzte Augustwoche für Ruhe und erste Nordlichter

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Inhalt

    Temperaturen und Wetter auf den Lofoten im Sommer

    Sieht aus wie Karibik

    Das Wasser hat im Sommer 13 Grad

    Klimadiagramm Svolvær / Lofoten Datenquelle: wetter.com
    68° 14′ N, 14° 34′ O
    -10 -5 0 5 10 15 20 JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
    Tagestemperatur Nachttemperatur Sonnenstunden / Tag Regentage / Monat
    n.

    Mitternachtssonne: wann die Sonne nicht untergeht

    Auf den Lofoten geht die Sonne von Ende Mai bis Mitte Juli nicht unter. Rund acht Wochen ohne Nacht.


    Drumherum liegt eine noch längere helle Phase. Schon ab Anfang Mai und bis in den August hinein bleibt es rund um die Uhr dämmrig hell — die Sonne geht dann zwar unter, aber nicht tief genug, dass es wirklich dunkel wird. Erst ab Ende August kehrt die echte Nacht zurück.


    Für dich heißt das: Stirnlampe brauchst du den ganzen Sommer über keine, und du kannst um elf Uhr abends noch auf einen Gipfel steigen. Umgekehrt ist es auch um drei Uhr nachts hell im Zimmer — Verdunkelungsvorhänge gibt es nicht überall, eine Schlafmaske rettet die erste Nacht.


    Wenn du die Sonne wirklich über dem Wasser stehen sehen willst, schau nach Norden: Um ein Uhr nachts steht sie dort, knapp über dem Horizont. Freien Blick in diese Richtung hast du an der Nordwestküste bei Uttakleiv, Eggum, Ramberg und Gimsøy. In Reine oder Nusfjord verstellen die Berge genau diese Seite.

    Licht über das Jahr Berechnet für Svolvær · NREL-SPA
    68° 14′ N, 14° 34′ O
    0 6 12 18 24 JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ
    Sonne über dem Horizont Dämmerung Echte Nacht
    n.

    Mitternacht

    Nördlich des Polarkreises wird es im Sommer nicht dunkel

    Sind die Lofoten im Sommer überlaufen?

    Mein Tipp

    Dreh den Tagesablauf um

    Die Reisebusse und Tagesgäste sind zwischen zehn und siebzehn Uhr unterwegs. Danach leeren sich die Parkplätze, und hell bleibt es trotzdem. Wer die bekannten Strände und Wanderwege erst am Abend ansteuert, hat sie im Juli fast für sich — und braucht dafür weder eine Reservierung noch früheres Aufstehen.

    Welcher Monat ist der beste?

    Es gibt keinen, der alles kann. Licht, Wärme, Andrang und Preis laufen im Sommer gegeneinander — je heller und wärmer, desto voller und teurer.

    Wenn du die Mitternachtssonne willst, bleiben dir Juni und die erste Julihälfte. Wenn du Ruhe willst, sind Ende Mai und September deine Monate. Und wenn du beides irgendwie zusammenbringen willst, ist die letzte Augustwoche der interessanteste Zeitraum des ganzen Sommers.

    Am ruhigsten

    Mai

    Das Licht ist schon da, die Menschen noch nicht.

    • Ab dem 25. geht die Sonne nicht mehr unter
    • In den Bergen liegt noch Schnee, höhere Wege werden erst gegen Monatsende frei
    • Wenig Betrieb, Preise deutlich unter dem Hochsommer
    • Wassertemperatur noch einstellig
    Svolvær: 6,4 °C tags, 6,5 h Sonne
    Ausgewogen

    Juni

    Der sonnigste und trockenste Monat des ganzen Jahres.

    • Mitternachtssonne den ganzen Monat über
    • Zehn Regentage, so wenige wie sonst in keinem Monat
    • Die deutschen Schulferien haben noch nicht begonnen
    • Der Andrang steigt spürbar, bleibt aber unter dem Juli
    Svolvær: 9,6 °C tags, 7,0 h Sonne
    Hochsaison

    Juli

    Am wärmsten, am hellsten — und am vollsten.

    • Mitternachtssonne bis zum 17., danach bleibt es trotzdem hell
    • Wärmster Monat, gleichauf mit dem August
    • Höchste Preise, volle Parkplätze an den bekannten Stellen
    • Ab zehn Uhr abends wird es an den Hotspots deutlich ruhiger
    Svolvær: 12,2 °C tags, 6,6 h Sonne
    Geheimtipp

    August

    Erst zum Monatsende kommen die Nächte zurück — und mit ihnen die Nordlichter.

    • Bis etwa zum 28. wird es nachts nicht richtig dunkel
    • Nordlichter sind deshalb frühestens in der letzten Augustwoche realistisch
    • Dann aber bei Bedingungen, unter denen Wandern noch problemlos geht
    • Nassester der drei Sommermonate, dreizehn Regentage
    Svolvær: 12,2 °C tags, 5,0 h Sonne
    Nordlichter

    September

    Weniger Sonne am Tag, dafür Licht am Himmel.

    • Mitte des Monats rund sechs Stunden echte Dunkelheit
    • Nordlichtsaison läuft, Wandern ist weiter möglich
    • Deutlich leerer und günstiger als im Hochsommer
    • Herbstfarben auf den Hängen
    Svolvær: 9,9 °C tags, 3,3 h Sonne

    Was du im Sommer auf den Lofoten machst

    Auch lesen Lofoten wandern: 5 Touren mit Gehzeit, Höhenmetern und Karte

    Strände

    Haukland und Uttakleiv liegen direkt nebeneinander und sind die bekanntesten der Inselkette. Wer mehr Platz will, fährt nach Ramberg oder Skagsanden — beide deutlich weitläufiger. Kvalvika bleibt dagegen Fußgängern vorbehalten, dorthin führt kein Weg mit dem Auto.


    Baden geht, ist aber eine kurze Angelegenheit: Im August erreicht das Wasser mit rund 13 Grad seinen Jahreshöchstwert.


    Wer lieber auf dem Wasser bleibt, fährt nach Unstad. Der Ort ist der bekannteste Surfspot der Lofoten und hat Schule und Verleih direkt vor Ort.

    Vögel und Wale

    Papageitaucher brüten auf Røst in der größten Kolonie Norwegens, auf Værøy sind es rund 80.000 an den Klippen der Halbinsel Måstadhalvøya — lokale Anbieter fahren im Sommer mit dem Boot raus. Beide Inseln per Fähre ab Bodø oder Moskenes.

    Seeadler gibt es rund um die Inseln reichlich — die üblichen Touren fahren von Svolvær aus mit dem RIB-Boot in den Trollfjord.

    Wale sind hier Wintersache. Im Sommer fährst du dafür nach Andenes, zwei Stunden nördlich: Pottwal-Saison Mai bis September.

    Unterkünfte im Sommer

    Die klassische Variante ist das Rorbu: die alten Fischerhütten am Wasser, die heute vermietet werden. Im Sommer ist Hochsaison, und die Häuser mit Blick sind entsprechend früh weg.

    Auch lesen Die schönsten Unterkünfte auf den Lofoten
    Rote Rorbuer am Wasser in Hamnøy auf den Lofoten

    LOFOTEN

    Eliassen Rorbuer - Hamnøy

    Hamnøy ist der Ort mit dem Postkartenblick, und übernachten kannst du hier in genau den Fischerhütten, die auf den Fotos stehen. Die Rorbuer sind rustikal geblieben, aber sauber hergerichtet: eigener Wohnbereich, Küchenzeile, kleines Bad, bei vielen dazu der Blick auf den Hafen, den Vestfjord oder die Berge. Parken kostet nichts extra, der nächste Supermarkt liegt drei Kilometer weg, Reine fünf. Abends musst du nicht selbst kochen — das hauseigene Krambua serviert lokale Küche direkt am Wasser.

     

    Reinefjorden Sjøhus – Reine

    Wenn du in Reine schlafen willst, ist das meine Empfehlung. Die Hütten stehen unmittelbar am Fjord, die Bergwände fangen praktisch an der Hausecke an, und beim Aufwachen schaust du als Erstes aufs Wasser. Sauna und Whirlpool lassen sich gegen einen kleinen Aufpreis dazubuchen. Für mich ist das die schönste Unterkunft auf den ganzen Lofoten.

    Rorbuer des Reinefjorden Sjøhus direkt am Fjord bei Reine

    LOFOTEN

    Camping ist die andere Hälfte der Antwort. Das Jedermannsrecht gilt auch hier — zelten auf unbebautem Land, mindestens 150 Meter Abstand zu Häusern und Hütten, maximal zwei Nächte am selben Platz.


    An den bekannten Stellen hat sich das allerdings geändert. Die Gemeinden Moskenes, Vestvågøy und Vågan haben das Zelten an mehreren Orten verboten, darunter der Hauklandstrand, Reine und der Reinebringen. Bei Verstoß droht ein Bußgeld. Wo ein Schild steht, gilt das Schild.

    Auch lesen Wildcampen in Norwegen: Die schönsten Zeltplätze und wertvolle Tipps
    Fazit

    Licht gegen Andrang

    Wer die Wahl hat, fährt Ende August.

    Der Sommer auf den Lofoten ist kein Wettbewerb um den wärmsten Tag. Zwölf Grad bleiben zwölf Grad, ob im Juli oder im August. Was sich über die Saison wirklich verschiebt, ist das Verhältnis von Licht zu Menschen. Der Juni bringt die längsten Tage und die trockenste Luft, der Juli die volle Hochsaison mit allem, was dazugehört. Und dann kommt die letzte Augustwoche: Die Nächte sind zurück, die ersten Nordlichter möglich, die Wege noch frei — und der Andrang bricht ein. Wer nicht an Ferienzeiten gebunden ist, sollte genau diese Woche nehmen.

    — Bjoern Templ, geschrieben in Zermatt

    Häufige Fragen zu den Lofoten im Sommer

    Im Juli und August liegt die Tageshöchsttemperatur im Schnitt bei 12 Grad, nachts sind es 9. An sonnigen, windstillen Tagen werden daraus 15 bis 18 Grad. Der Rekord in Svolvær steht bei 29 Grad, gemessen im Juli 2018. Wichtiger als das Thermometer ist der Wind: Die Inselkette liegt offen im Meer, und dieselben zwölf Grad fühlen sich in einer geschützten Bucht deutlich wärmer an als oben am Grat.

    Vom 25. Mai bis zum 17. Juli geht die Sonne nicht unter, das sind 54 Tage am Stück. Danach beginnt sie zwar wieder unterzugehen, richtig dunkel wird es aber erst ab Anfang August. Wenn du sie über dem Wasser stehen sehen willst, brauchst du freien Blick nach Norden — den hast du an der Nordwestküste bei Uttakleiv, Eggum, Ramberg oder Gimsøy.

    Der Juni ist mit sieben Sonnenstunden pro Tag der sonnigste und mit zehn Regentagen der trockenste Monat des Jahres. Juli und August sind mit je 12 Grad die wärmsten, aber auch die vollsten. Wer die Wahl hat, nimmt die letzte Augustwoche: Die Nächte sind zurück, erste Nordlichter möglich, und der Andrang bricht ein.

    An den bekannten Stellen ja, vor allem im Juli. Auf knapp 25.000 Einwohner kommen rund eine Million Besucher pro Jahr, und die E10 ist die einzige durchgehende Straße. Parken kostet inzwischen fast überall — in Uttakleiv bis zu 300 Kronen pro 24 Stunden. Weil es nachts hell bleibt, funktioniert allerdings ein einfacher Trick: dieselben Orte am späten Abend ansteuern, dann sind die Parkplätze frei.

    Ja. Das Meer erreicht im August mit rund 13 Grad seine Jahreshöchsttemperatur, ist also wärmer als die Luft im Tagesschnitt. Kalt bleibt es trotzdem, länger als ein paar Minuten hält es kaum jemand aus. Die bekanntesten Strände sind Haukland und Uttakleiv, weitläufiger sind Ramberg und Skagsanden.

    Von Mai bis Mitte August nicht — dafür ist es schlicht zu hell. Erst ab etwa dem 29. August wird es nachts wieder dunkel genug, dann sind die ersten Nordlichter möglich. Das ist gleichzeitig der Reiz dieser Wochen: Nordlichtchancen bei Bedingungen, unter denen Wandern noch problemlos geht.

    Grundsätzlich ja, das Jedermannsrecht gilt auch hier: zelten auf unbebautem Land, mindestens 150 Meter Abstand zu Häusern, maximal zwei Nächte am selben Platz. An mehreren bekannten Orten haben die Gemeinden das Zelten allerdings verboten, darunter der Hauklandstrand, Reine und der Reinebringen. Alles Weitere steht im Guide zum Wildcampen in Norwegen.

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    Hey, ich bin Bjoern. Schön, bist du hier. Seit meiner ersten Reise in den Norden habe ich eine große Leidenschaft für diese einzigartigen Regionen der Erde entwickelt. Jedes Jahr zieht es mich daher zurück in diese stillen, faszinierenden Landschaften, die eine besondere Ruhe ausstrahlen und mich tief bewegen.

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